1. Lokales
  2. Jülich

Frühlingsgefühle in der Stadthalle: Chinesisches Neujahrsfest zum Jahr des Erd-Schweins

Frühlingsgefühle in der Stadthalle : Chinesisches Neujahrsfest zum Jahr des Erd-Schweins

„Frühlingsfest ist das traditionelle Familienfest der Chinesen, aber Kultur gehört nicht nur einem Volk sondern der ganzen Welt.“ Mit diesen Worten begrüßte der Kulturkonsul Wenbo He namens des General Konsulats der Volksrepublik China in Düsseldorf das internationale Publikum in der vollbesetzten Stadthalle bei der Neujahrsfeier des Chinesischen Kulturvereins in Jülich.

In Anlehnung an den 2017 unterschriebenen Partnerstädtevertrag zwischen der Herzogstadt und der chinesischen Stadt Taicang sprach er von einem neuen Höhepunkt in Hinsicht auf die Förderung des kulturellen Austauschs zwischen Jülich und China. „Wir möchten jetzt unter dem Motto ‚Happy Chinas New Year’ mit unseren Freunden in Berlin, Paris, New York und in Jülich feiern und die besten Wünsche zum neuen chinesischen Jahr aussprechen.“

Den freundschaftlichen Glückwünschen schloss sich Beigeordneter Martin Schulz in Vertretung des Jülicher Bürgermeisters Axel Fuchs sowie seitens der Organisatoren, Xuangui Zhang als Vorsitzender des Verbands der chinesischen Wissenschaftler und Studenten in Jülich, an.

Das Neujahrfest ist traditionell der wichtigste Feiertag für alle Chinesen, auch fern der Heimat. Dieser Tag leitet nach dem chinesischen Lunisolarkalender, welcher als Lunarkalender zwölf Mond-Monate enthält und für die Annäherung an das Sonnenjahr etwa alle drei Jahre um einen dreizehnten Mond-Monat erweitert wird, das neue Jahr ein. Anders als im gregorianischen Kalender ist der Termin kein festes Datum, sondern fällt auf den zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar.

Für die 1000 in Jülich lebenden chinesischen Mitbürger beginnt das Jahr 2019 am 5. Februar und gilt als das Jahr des Erd-Schweins. „Dieses wichtigste Familienfest bedeutet für die Chinesen das gleiche, was Weihnachten und Silvester zusammen für die Christen bedeuten“, erklärte der Moderator Kevin Frisch zu Beginn der Veranstaltung.

Zusammen mit seiner charmanten Kollegin Yutong Wu führte er durch das voluminöse Veranstaltungsprogramm, stets darauf bedacht die zahlreichen Jülicher im Publikum, welche die klangvolle chinesische Sprache leider (noch) nicht beherrschten, über die Herkunft und Bedeutung der glanzvollen Darbietungen aufzuklären. Die meisten Vorführungen der rund 100 Darsteller bedurften jedoch keiner Übersetzung.

Traditioneller chinesischen Gesang

Die Errungenschaften einer Jahrtausende alten und als einzige in der weltlichen Geschichte fortandauernden Kultur sprachen ihre eigene universelle Sprache, die Sprache der Kunst. So kamen die Zuschauer in den Genuss von traditionellem chinesischen Gesang in den fabelhaften Aufführungen von Lan Gao Frisch, und erfreuten sich an den Klängen eines modernen chinesischen Liedes vorgetragen von Yuhan Wang.

Musikalische Höhepunkte lieferten zudem die melancholischen Solo-Darbietungen von Da Zhang auf der Kniegeige, welche von einem Kniegeige-Ensemble träumerisch erweitert wurden. Auch traditionelle chinesische Kompositionen wie „Bambus unter dem Mond“ und „das Lied von Volksstamm Yao“, die gefühlvoll von einem Hulusi-Quartett interpretiert wurden (Hulusi – eine Mundorgel bestehend aus einem getrockneten Flaschenkürbis und drei dünnen Bambusrohren), begeisterten das Publikum. „Das alte Lied“, das von Stacy Rui Dong und Yimin Wu auf der Guzheng, einer für die klassische chinesische Musik charakteristischen Wölbbrettzither vorgetragen wurde, war ein weiterer Höhepunkt.

Der in Jülich angestrebte und gelebte kulturelle Austausch spiegelte sich entsprechend bei dem Neujahrsfest, das in China auch als Frühjahrsfest begangen wird, wieder. Neben den graziösen, bis ins kleinste Detail perfekt einstudierten Aufführungen der alten chinesischen Tänze verzauberte auch Kitty Fey mit ihrer Ballettdarbietung in einem Auszug aus „Der Nussknacker“.

Die deutschen Mitglieder des Chinesischen Kulturvereins in Jülich erfreuten das Publikum mit einer bravourösen Chor-Interpretation der chinesischen Volkslieder „Zwei Tiger“ und „Frohes Neues Jahr“. Musikalisch glänzend präsentierte sich zudem die „Aachener chinesische A Cappella Gruppe“ in dem Stück „Das Glück in den Jahren“. Vor allem die zahlreichen Herren im Publikum verfolgten mit großem Interesse die spannende Kung-Fu-Vorführung von Kevin Fischer und lauschten gebannt den verheißungsvollen Rhythmen des Trommel-Ensembles.

Doch ob der vielen musikalischen, tänzerischen und mit den wunderschönen, bunten Kostümen auch ästhetischen Eindrücke aus dem „Reich der Mitte“, waren es die jüngsten Darsteller, die ausnahmslos alle Herzen im Publikum eroberten. Bei ihrer gesanglichen Darbietung präsentierten die 40 Kinder der vereinseigenen chinesischen Schule mit märchenhaften Kleidern die vielen Volksstämme Chinas und zauberten dabei mit einer unbeschwerten, fröhlichen Interpretation der Lieder ein wahres Frühlingsgefühl herbei.