Titz: Bürgermeister legt Haushaltplan vor: Ausgabendisziplin angesagt

Titz: Bürgermeister legt Haushaltplan vor: Ausgabendisziplin angesagt

Zum 1. Januar 2006 wurde in der Gemeinde Titz die Kameralistik durch die doppelte Buchführung ersetzt, besser bekannt als „Neues Kommunale Finanz-Management” (NKF).

Durch die Einführung sollen Aussagen über Effektivität und Wirtschaftlichkeit ermöglicht werden, gleichzeitig der Ressourcenverbrauch durch Abschreibungen dargestellt werden.

Bürgermeister Josef Nüßer legte für 2009 erstmalig einen Haushaltsplan vor, der nach NKF-Schema erstellt wurde. Der Gesamtbetrag der Erträge beläuft sich demnach im Ergebnisplan auf gut 13 Millionen Euro, die Aufwendungen in etwa der gleichen Größenordnung. Im Finanzplan stehen an Einzahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit knapp 15 Millionen Euro, an Auszahlungen rund 11,5 Millionen Euro an.

„Titz hat seine Schulaufgaben gemacht. Nach den schwierigen Jahren 2005 und 2006 hat sich durch eine konsequente Haushaltspolitik die Finanzsituation deutlich gebessert. Aber angesichts der jüngsten Prognosen besteht kein Grund zur Euphorie”, fasste Nüßer zusammen. Im Ergebnisplan schließt der Etat 2009 mit einem Defizit von rund 192.000 Euro ab.

„Aber durch erstmalige Entnahme dieses Defizites aus der Ausgleichsrücklage können wir den Haushalt ausgleichen, müssen kein Haushaltssicherungskonzept aufstellen”, stellte der Titzer Bürgermeister fest, dass auf Grund der schon bekannten Zahlen für die Jahresabschlüsse 2006 und 2007 die Ausgleichsrücklage nicht angetastet werden brauchte.

Bei der Betrachtung des Finanzplanes fällt auf, dass die Einzahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit um rund 3,3 Millionen über den Auszahlungen liegt. So können die Titzer ihre Kassenkredite aus den Vorjahren tilgen.

Was die Steuersätze anbelangt, sollen Grundsteuer A und B sowie die Gewerbesteuer konstant bleiben. Die politischen Gruppen - sie sind laut NKF eine von insgesamt 42 Produktgruppen aus 17 Produktbereichen - kosten rund 25.000 Euro in Form von Zuwendungen an die vier Ratsfraktionen. Die Aufwandsentschädigungen für Sitzungen betragen rund 60.000 Euro. Die bevorstehenden Wahlen sind im Haushaltsplan mit 45.000 Euro veranschlagt.

Rund 1,39 Millionen Euro stehen für Entwässerungen und Maßnahmen zur Abwasserbeseitigung an. So fließen 500.000 Euro ins Neubaugebiet Rödingen, weitere 340.000 Euro ins Projekt Kaiserstraße, 260.000 Euro werden in Titz „Zum Königstal”, 250.000 Euro im „Grüntal” verbaut. Für Straßenbau fließen 865.000 Euro, wobei aus Maßnahmen in Vorjahren 435.000 Euro an Abgabenbescheiden gegengerechnet werden.

„Nun bleibt abzuwarten, ob durch die Rezession die Gewerbesteuer-Einnahmen in dem Maße realisiert werden, wie sie veranschlagt worden sind”, sagte Nüßer. 2008 betrugen diese Einnahmen 1,1 Millionen Euro. „Ausgabendisziplin ist weiter angesagt und auch notwendig”, so der Bürgermeister.

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