Jülich: Bühne im Brückenkopf-Park ist bald „oben ohne“

Jülich : Bühne im Brückenkopf-Park ist bald „oben ohne“

Die Zeltkuppel über der Hauptbühne des Brückenkopf-Parks muss verschwinden. Die rissige und nach 20 Jahren auch in Teilen poröse Membran hat es nun auch nach Auffassung des Gutachters hinter sich und wird für 2019 „keine Betriebserlaubnis mehr erhalten“, wie Interimsgeschäftsführer Axel Fuchs gestern Vormittag noch vor der geplanten abendlichen Diskussion im Ausschuss für Kultur, Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing informierte.

Damit stünde die wichtigste Veranstaltungsstätte im Stadtgarten „oben ohne“. Das verursacht nun relativ kurzfristig Entscheidungs- und Handlungsbedarf, denn die Freizeiteinrichtung soll nach politischem Willen eigentlich, vor allem auch über Veranstaltungen, noch mehr Besucher anlocken, um mittelfristig den Finanzierungsbedarf zu reduzieren.

Markanter Blickfang im Stadtgarten, aber nicht mehr betriebssicher: die Zeltkuppel über der Hauptbühne des Brückenkopf-Parks. Foto: Horrig, Rings

Bekanntlich ist die Stadt 100-prozentiger Gesellschafter der Brückenkopf-Park GmbH und subventioniert den Betrieb derzeit jährlich mit 600.000 Euro. Damit entfällt einer der größten Anteile aller freiwilligen Leistungen der Stadt auf das frühere Landesgartenschau-Gelände. Der Betrag soll langfristig sinken.

Der Brückenkopf-Park ist in der im Herbst endenden Hauptsaison auf einem guten Weg, auch das wurde am Donnerstag deutlich. Denn die Besucherzahlen steigen. Heinrich Horrig, Chef vom Dienst, berichtete von einer Verbesserung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp 11.000 Gäste auf insgesamt gut 150.000. Rund 22.500 entfielen dabei auf den Monat August. Inzwischen kann man mit Sicherheit feststellen, dass sich die Preishalbierung der Dauerkarten (auf den „Marketingbetrag“ von 19,98 Euro in Anspielung auf das Jahr der Landesgartenschau) in jeder Hinsicht bezahlt gemacht hat. Der Absatz der Jahreskarten hat sich fast verdreifacht: von 2500 auf rund 7200. Und die Maßnahme hat dann nicht dazu geführt, dass der Brückenkopf-Park weniger Tageskarten verkauft. Auf Nachfrage erklärte Geschäftsführer Axel Fuchs, dass die Verbesserung nicht nur „kosmetischer Natur“ sei und sich nicht nur auf die Besucherstatistik beschränke, denn eine ganze Reihe Gäste (zum Beispiel Kinder unter einem Meter Größe) sind vom Eintritt befreit. Es gibt laut Fuchs auch „ein deutliches Plus im monetären Bereich“, also bei den Einnahmen der Freizeiteinrichtung.

Neue Bühnenvarianten

Das wird aber kaum reichen, um die marode Hauptbühne instandzusetzen und nun auch die Zeltkuppel darüber zu ersetzen. Nur der Austausch der Zelthaut kostet etwa 130.000 Euro. Damit wäre aber nach Auffassung der Geschäftsführung wenig gewonnen, weil die gesamte heutige Bühnenkonstruktion unabhängig von ihren Schadensbildern nicht mehr den Anforderungen der meisten Großveranstalter entspreche. Daher wurden dem Ausschuss gestern mehrere neue Bühnenvarianten in Zelt- und Hallenform präsentiert, die die Betreibergesellschaft mieten oder kaufen könnte.

Die Kaufpreise liegen im Spektrum zwischen gut 300.000 und knapp einer Million Euro. Zur Realisierung wären ein Bebauungsplan notwendig, der etwa ein Jahr Zeit kosten dürfte — und eine Finanzierung.

Über die Positionen im Fachausschuss bei der Sitzung am Donnerstagabend berichten wir am Samstag.

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