Boslar/Flueli: Boslarer Pilger in der Schweiz auf den Spuren des Heiligen Niklaus

Boslar/Flueli : Boslarer Pilger in der Schweiz auf den Spuren des Heiligen Niklaus

Niklaus von der Flüe ist Heiliger, Mystiker und der Schutzpatron der Schweiz. Zu Lebzeiten, die er von 1417 bis 1487 in Flüeli-Ranft im Kanton Obwalden verbrachte, war er ein wohlhabender angesehener einflussreicher Bauer, Ratsherr und Richter. Er hatte mit seiner Frau Dorothea zehn Kinder, die er aber im Alter von 50 Jahren verließ, das jüngste Kind war 16 Monate alt, um als Einsiedler zu leben und Gott im Gebet zu dienen.

Anlass genug für 21 Pilger unter der Leitung von Pastor Philippen zur Lebensstätte des Heiligen zu reisen, um ihn kennenzulernen, besser zu verstehen und zu verehren.

Nach der Messe startete die Gruppe mit dem Bus in Richtung Schweiz und konnte noch am Abend die erste Erkundungsrunde durch den kleinen Ort Flüeli drehen. Am nächsten Morgen ging es zum Geburts- und zum Wohnhaus von Niklaus von der Flüe, danach hinab in die Schlucht Ranft, wo Bruder Klaus 20 Jahre in einer Klause als Einsiedler gelebt und sich nachweisbar ausschließlich von der Eucharistie ernährt hat.

Die Heilige Messe wurde in der oberen Ranftkapelle gefeiert, die man direkt an Niklaus Klause mit einer kleinen Durchsicht, so dass er immer von seiner Kammer aus auf den Heiland schauen konnte, gebaut hatte. In der Predigt, wie auch in den nächsten Tagen, erfuhr man, dass Bruder Klaus es sich nicht leicht gemacht hat mit seiner Entscheidung als Einsiedler leben zu wollen.

Erst nach der Zustimmung seiner Frau Dorothea und der Hofübernahme durch die beiden ältesten Söhne, die für ein weiterhin gutes Auskommen sorgten, zog er hinab in den Ranft. Dort ließ man ihn aber nicht in seiner Einsamkeit. Wie zuvor schätzte man ihn wegen seiner Ratschläge in verschiedenen Lebenslagen, wie auch auf politischer Ebene. So trug Bruder Klaus 1481 maßgeblich zur Erhaltung der Einheit der Eidgenossenschaft bei. Somit wurde er zum Patron der Schweiz und wird dort bis heute sehr verehrt.

Weiter ging es nach Sachseln. Dort in der Pfarrkirche befinden sich das Grab und Reliquien des Heiligen. Mit Unterstützung einer Führung wurde alles besichtigt. Von dort aus machte sich die Boslarer Gruppe entlang des Sarner Sees auf den Weg nach Sarnen, dem Kantonshauptort von Obwalden. Bis zur Abfahrt blieb dort genügend Zeit zum Erkunden und Verweilen. Der nächste Tag wurde mit der Heiligen Messe in der Kapelle des Hotels begonnen. Ziel danach war das Kloster Einsiedeln im Kanton Schwyz mit seiner beeindruckend imposanten Abtei- und Kathedralkirche „Maria Himmelfahrt“, in der sich die Gnadenkapelle mit der „Schwarzen Madonna“ befindet, ein Anziehungspunkt für viele Pilger und Touristen.

Kreuzweg

Auf dem Programm stand auch das Gehen und Beten des naheliegenden Kreuzweges, der sich den Meinardsberg hinauf schlängelt. Von dort hat man immer wieder einen weitschweifenden Blick auf die Klosteranlage und auf die herrliche Berg- und Almenlandschaft. Am folgenden Morgen brachte der Bus die Gruppe zur Pfarr- und Wallfahrtskirche nach Melchtal, die auch eine Reliquie des Bruder Klaus besitzt, um dort die Heilige Messe zu feiern.

Weiter ging es dann ins Freilichtmuseum Ballenberg. Hier sind auf einem riesigen Gelände in naturbelassener Landschaft originale Gebäude, Wohnhäuser, Scheunen, Werkstätten, aus alten Zeiten und den verschiedenen Kantonen wieder aufgebaut. Altes Handwerk und Handwerkskünste werden ausgestellt und vorgeführt, können teils verköstigt werden. Es lässt sich sehr gut erfassen und „erleben“, wie die Menschen in verschiedenen Jahrhunderten in den Schweizer Bergen gelebt haben. Ein tolles Ziel bei bestem Wetter.

Der letzte Tag der Wallfahrt wurde wieder mit der Heiligen Messe in der hauseigenen Kapelle begonnen. Der Vormittag stand jedem zur freien Verfügung und wurde ganz unterschiedlich genutzt. Von vielen zur Verabschiedung von Bruder Klaus unten in dem Ranft. Nach dem Mittagessen war das letzte Ziel Luzern, eine wunderschön gelegene Stadt am Vierwaldstätter See umgeben von Bergen, mit einer gut erhaltenen mittelalterlichen Architektur. Die Kapell-, die Spreuerbrücke, die Jesuitenkirche, St. Leodegar mit seinen Gräberhallen, die farbenprächtigen Fassaden der Altstadt. Bei so vielen Sehenswürdigkeiten versteht sich von selbst, dass die Stunden in Luzern wie im Fluge vergingen, bevor es zurück zum Hotel ging.

Nach der Messe in der Kapelle des Hauses hieß es am nächsten Morgen Abschied nehmen von diesem besonderen Ort. Dank Pastor Philippens Vorbereitungen und guten Predigten bleibt man ihm, aber besonders Bruder Klaus verbunden und nimmt auch die Erinnerung an die herrliche Landschaft der Schweiz, die gute Gruppe und Gemeinschaft dankbar mit nach Hause.

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