Jülich: Bollywood und Dudelsack: Musikfestival im KuBa

Jülich: Bollywood und Dudelsack: Musikfestival im KuBa

Auf den Tischen flackerten Kerzen, im Publikum herrschte Vorfreude, beinahe jeder Platz in der nett hergerichteten Bahnhofshalle war besetzt — das dritte multikulturelle Musikfestival im Jülicher Bahnhof erwischte eindeutig einen guten Start.

Für einen guten Zweck, dieses Mal ist die Jülicher Tafel Nutznießer der Benefiz-Veranstaltung, hatten KuBa und Noiseless-Team erneut Musiker und Bands zusammengetrommelt. Multikulturell soll die Veranstaltung sein, das Versprechen trägt sie schließlich schon im Namen. In diesem Jahr kamen die Künstler aus Schottland, England, Indien, Deutschland, Italien und den USA. Das stimmte bei genauerer Betrachtung zwar nur bedingt, aber immerhin kamen Musik und manchmal sogar die Kleidungsstücke aus besagten Ländern.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Organisatorin Virginia Lisken gehörte der Bahnhof Frank Kessel. Stilecht in Rock, Strümpfe und Sporran gekleidet, betrat der Neusser „Schotte“ mit seinem Dudelsack die Bühne und eröffnete mit seiner ungewöhnlichen musikalischen Mixtur den Abend. Dann ging es Schlag auf Schlag: Der zeitliche Ablauf war eng getaktet, denn immerhin standen gleich sechs Acts auf dem Programm. Auf schottische Klänge folgte Indisches mit Bollywood-Touch. Die 16-jährige Sonia Ali entführte ihre Zuhörer nur mit ihrer Stimme in eine fremde Welt und erntete verdienten Applaus. DiTah aus Mönchengladbach standen für England. Mit zwei Gitarren, Cajon und der ausdrucksstarken Stimme von Sängerin Diandra Mona Böning kleidete die vierköpfige Formation Bekanntes in ein neues akustisches Gewand. Virginia Lisken griff für Deutschland zur Gitarre, denn die ursprüngliche Repräsentantin musste leider absagen.

Nenas „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ verleitete so manchen Zuhörer zum leisen Mitsingen. Franco Barranco schließlich brachte einen Hauch „Dolce Vita“ nach Jülich und sorgte mit italienischen Schlagern unter anderem von Adriano Celentano für gute Stimmung, bevor Neolog als letzte Band das Mikro übernahmen. Mit Coversongs von Guns’n’Roses, AC/DC oder Three Doors Down verbreiteten die „US-Künstler“ Party-Stimmung. Unterm Strich war es eine gelungene Veranstaltung, deren straffer Zeitplan für reichlich Abwechslung sorgte und allen Anwesenden sichtlich Freude machte — und das alles für bereits erwähnten guten Zweck. Rund 80 zahlende Gäste unterstützten mit ihrem Eintritt die Jülicher Tafel. Um dem Verein „ein Gesicht zu geben“ war auch der Vorstand um Wolfgang Flücken zugegen, stellte sich kurz vor und lud ein, sich in den Vereinsräumen an der Lorsbecker Straße ein eigenes Bild zu machen. Lisken denkt übrigens bereits über ein viertes Festival nach: „Aber dann brauche ich ausreichend Länder, mir fehlen noch Spanien, Frankreich, Portugal und etwas aus Afrika wäre auch schön.“

(brit)
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