Aachen/Linnich: Blutiger Brüderstreit in Linnich: Sechs Jahre Haft gefordert

Aachen/Linnich: Blutiger Brüderstreit in Linnich: Sechs Jahre Haft gefordert

Im Plädoyer der Staatsanwaltschaft forderte im Schwurgerichtsverfahren am Aachener Landgericht gegen den 35-jährigen Ö. aus Baesweiler Anklägerin Melissa Hilger am Mittwoch eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren Haft wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Köperverletzung.

Aus rasender Eifersucht auf seinen ein Jahr älteren Bruder hatte Ö. vor dem Linnicher Krankenhaus am Morgen des 10. September 2017 bei einem Kampf der beiden ein Messer gezückt und den Bruder damit fünf Mal verletzt, der schleppte sich ins nahe Krankenhaus. Grund des beinahe tödlichen Bruderstreits war die Freundin von Ö., die sich anscheinend kurz zuvor sexuell mit dem älteren Bruder eingelassen hatte. Am Abend vor der Tat war der Hintergangene bereits bei seiner Freundin aufgetaucht und bekam von ihr die Bestätigung für ihre Eskapaden.

Bereits da rastete Ö. unter Alkohol- und Amphetamineinfluss völlig aus und schlug die Freundin, sie erlitt mehrere Blutergüsse im Gesicht und am Körper.

Danach tobte über Whatsapp ein verbaler Krieg zwischen den beiden Brüdern. Wie Verteidiger Christian Franz das Ganze am Mittwoch schilderte, bedrohten sich beide gegenseitig damit, den jeweils anderen „abstechen“ zu wollen, der Angeklagte hatte sich zunächst in der Nacht noch ins St. Josefs-Krankenhaus einweisen lassen.

Als Nebenkläger hatte der im übrigen verheiratete ältere Bruder, der die Stiche abbekommen hatte, seinen Anwalt beauftragt, im Plädoyer der Nebenklage einen Freispruch für seinen Bruder zu fordern. Man habe sich gegenseitig bedroht, trug Anwalt Bijan Tamr­zadeh in seinem Plädoyer vor, und man wisse nicht, ob die Sache nicht auch ebenso gut andersherum habe ausgehen können.

Die Kammer unter Vorsitz von Richter Roland Klösgen wird am 30. Mai nach dem Plädoyer der Verteidigung ab 10.30 Uhr ein Urteil fällen.

(wos)
Mehr von Aachener Nachrichten