Linnich: Biskups Fotos zeigen Russland in Linnich: Von Perestroika bis Putin

Linnich : Biskups Fotos zeigen Russland in Linnich: Von Perestroika bis Putin

Das Deutsche Glasmalerei-Museum in Linnich eröffnet am Donnerstag, 13. September, 18.30 Uhr, eine Ausstellung des deutschen Fotografen Daniel Biskup. Ihr Titel lautet „Daniel Biskup. Russland — von Perestroika bis Putin“. Gezeigt wird eine Auswahl von Fotografien, die einen Einblick in die russische Gesellschaft in Zeiten des politischen Wandels der 1990er Jahre geben.

Bereits 1988 reiste der damas 25-jährige Politik- und Geschichtsstudent in die Sowjetunion und wurde Zeuge einer politisch-energetischen Stimmung, die letztlich das kommunistische Regime ins Wanken bringen sollte.

Mehr als elf Jahre dokumentierte der Fotograf das Chaos nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und erzählt durch seine Bilder die wahre Geschichte Russlands.

„Ich habe damals keine Sehenswürdigkeiten fotografiert, sondern nur Menschen. Wie sie stundenlang vor fast leeren Geschäften anstanden, wie sie auf den ersten freien Märkten ihre selbst gestrickten Pullover verkauften, sich vor den Wandzeitungen in der Arbat-straße drängten“, berichtet Biskup. Wie kein Zweiter hat er mit seinem „offenen Blick“ eine zerrissene Gesellschaft porträtiert. Intime Augenblicke, die den Alltag der Menschen von Minsk bis Kaliningrad, von St. Petersburg bis Moskau während des Umbruchs durch eine bestechende Authentizität wiedergeben. Die Bilder sind Zeugnisse der Zeitgeschichte und halten das Schöne, das Menschliche und die Realität auf einzigartige Weise fest und werden dadurch zu Kunstwerken der Dokumentarfotografie.

Die Ausstellung ist bis Sonntag, 25. November, in Linnich zu sehen. Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) hatte sich mit Blick auf die XV. Deutsch-Russische Städtepartnerkonferenz, die im Juni 2019 mit einigen Hundert Teilnehmern aus beiden Ländern im Kreis Düren stattfindet, für die Präsentation der Fotoschau an der Rur stark gemacht: „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, heißt es. Das trifft in besonderem Maß auf die Fotokunstwerke von Daniel Biskup zu. Sie dokumentieren die jüngere Entwicklung Russlands,“ begründet der Landrat sein Engagement.

Während der Ausstellungseröffnung moderiert Christiane Hoffmans, Kulturredakteurin der „Welt am Sonntag“, eine Podiumsdiskussion mit Daniel Biskup und dem ehemaligen Bild-Chefredakteur Kai Diekmann. Sie soll vertiefende Einblicke in die Fotokunst Biskups und in die Geschichte Russlands gewähren. Unterstützt wird die Ausstellung vom Verein zur Förderung der Kreispartnerschaften des Kreises Düren und der Sparkasse Düren. Begleitend zur Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit Daniel Biskup und der Galerie Till Breckner/Düsseldorf realisiert wurde, wurde der Katalog „Daniel Biskup. Russland — Perestroika bis Putin“ im Verlag Salz und Silber herausgegeben.

Daniel Biskups Bilder befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen, etwa im Russischen Museum in St. Petersburg, im Deutschen Historischen Museum in Berlin oder im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn. In den vergangenen Jahren hat er weltweit Prominente aus Politik, Kultur und Wirtschaft porträtiert.