Jülich: Bischof und Superintendent beim Christlichen Sozialwerk

Jülich: Bischof und Superintendent beim Christlichen Sozialwerk

Zahlreiche „erlauchte Persönlichkeiten” beider christlichen Kirchen statteten im Vorfeld der Solidaritätskollekte dem Projekt „Möbel und mehr” des Christlichen Sozialwerks einen Besuch ab. Angeführt wurden sie von Bischof Heinrich Mussinghoff und Superindentent Jens Sannig.

Da das „Christliche Sozialwerk zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit” sich bei der Gründung für eine ökumenische Trägerschaft entschieden hatte, lag diese gemeinsam beschlossene „Premiere” nahe. Anlass des Besuchs war die bevorstehende Solidaritätskollekte für Menschen ohne Erwerbsarbeit” in allen Gottesdiensten des Bistums.

Zudem wollte der Bischof den „Mitarbeitern des Sozialwerks Jülicher Christen für ihr Engagement danken. Mit ihren Projekten „Möbel und mehr”, Alten- und Familienhilfe sowie „Hilfe in Haus, Hof und Garten” leisten sie nach seinen Worten einen „wichtigen Beitrag für mehr soziale und gesellschaftliche Gerechtigkeit”. Christen dürften sich nicht damit abfinden, dass „Menschen, die lange Zeit arbeitslos sind, einfach abgeschrieben werden”.

„Besorgt” zeigte sich der Bischof über die bevorstehende Kürzung des Integrationsprogramms für Langzeitarbeitslose und gegenüber den vom Bundesarbeitsministerium vorgelegten Eckpunkten zur „Leistungssteigerung der arbeitspolitischen Instrumente”, die 2012 in Kraft treten sollen: „Wenn wir es in unserer Gesellschaft ehrlich meinen mit einer arbeitsmarktpolitischen Integration von Langzeitarbeitslosen, dann braucht diese Integration Qualität, Beständigkeit und Sicherheit”, sagte er und kritisierte „die enge Sicht nur auf den ersten Arbeitsmarkt”.

„Als Kirche miteinander an dieser Stelle vor einer besonderen Verantwortung” zu stehen, war auch dem Superintendenten besonders wichtig. Sannig freute sich sehr, dass „Möbel und mehr so eingeschlagen hat” - mit 500 bis 600 Besuchern im Monat durchgängig.

Wie die Mitarbeiterinnen bestätigten, „wollen sie gar nicht mehr zurück”. Sannig „gestand”, die Projektidee bereits nach Marokko exporiert zu haben. „Wir haben den Solidaritätsgedanken festgehalten und nicht losgelassen”, hob Dr. Thomas Kreßner als Vorsitzender des Christlichen Sozialwerks hervor.

Ausführlich lobte er den „hervorragenden Gedanken der Solidaritätskollekte” und freute sich über das „besondere ökumenische Klima im Bistum Aachen: Wenn wir etwas Soziales machen, dann machen wir es gemeinsam.” Dieser Gedanke sei Vorläufer des Sozialwerks gewesen. Kreßner betonte die falsche Richtung, „in die die Politik dieses Problem coacht”.

Die stellvertretende Jülicher Bürgermeisterin Margarethe Esser-Faber nahm diesen Faden auf und versprach, „gezielt mit in die Politik zu nehmen, was ich hier heute erlebt habe”. Bei einer von Mechthild Bonz geleiteten Führung durch die Lagerhalle ereignete sich auch die von anwesenden Vertretern aus Kirchen und Politik gewünschte „Begegnung mit der Basis”. Nach der offiziellen Runde wurden geladene Gäste und Mitarbeiter zu Austausch und Diskussion gebeten.