Linnich: Bis 200 Meter hohe Windräder: „Repowering“ bei Körrenzig?

Linnich : Bis 200 Meter hohe Windräder: „Repowering“ bei Körrenzig?

Markus Tischer, Projektentwickler der MLK Consulting GmbH & Co. KG aus Erkelenz, stellte in der jüngsten Sitzung des Linnicher Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt ein Windkraftprojekt vor, das bei den Ausschussmitgliedern offenbar einen Denkprozess in Gang gesetzt hat, denn Tischer schnitt das Thema „Repowering“ für ein ganz bestimmtes Areal an.

Seit Anfang des Jahrtausends sind zwischen Lövenich und Körrenzig rund 30 Windenergieanlagen (WEA) mit einer Kapazität von 1,3 bis 1,5 Megawatt gebaut worden, 13 davon auf der Linnicher Seite im Bereich des Bebauungsplanes Körrenzig Nr. 9 „Windenergie Körrenzig-Kofferen-Hottorf“.

Von der Gesamtzahl könnten, so der Planer weiter, etwa 16 ersetzt werden — davon sieben auf Linnicher Seite. Diese Anlagen müssten dann vollständig zurückgebaut werden. Diese könnten durch vier bis fünf neue WEA ersetzt werden. die allerdings größer dimensioniert wären: Tischer sprach von Anlagen mit einer Gesamthöhe von 180 bis 200 Metern. Mit der größeren Anlagenhöhe steigt auch deren Kapazität auf 4 bis 5 MW.

„Es wird etwas ruhiger“, kündigte der Planer geringere Lärmpegel durch die Verringerung der Anlagenzahl und die verbesserte Technik an. Zudem gebe es eine bessere Optik durch ein einheitliches Höhenniveau der verbauten Anlagen.

Als der Projektentwickler seinen Vortrag beendet hatte, wäre dem Körrenziger Ortsvorsteher Thomas Venrath (CDU) beinahe der Kragen geplatzt. „Man ist beeinträchtigt“, trug er seine eigenen Erfahrungen mit der Windenergie vor und wetterte „gegen die Profitgier“, die Auslöser für dieses Vorhaben sei. „Ich werde dagegen arbeiten“, kündigte er seinen intensiven Widerstand gegen das geplante Repowering an, „das ist zuviel“. „Es sollte reichen“, zeigte sich auch Karlheinz Hilfert (Bündnisgrüne) — von Hause aus eher ein Befürworter der Windkraft — eher skeptisch, was die Belastung der Bevölkerung durch Lärm und Schattenwurf angeht.

Veränderungssperre erlassen

Während der Planer noch Beteiligungsmöglichkeiten für die Bürger, Steuereinnahmen für die Stadt und die regionale Wertschöpfung als Vorteile herausstellte, erinnerte SPD-Fraktionschef Hans-Friedrich Oetjen daran, dass für den Bereich eine Veränderungssperre erlassen worden sei und ein rechtskräftiger Flächennutzungsplan bestehe, der mit Rechten und Pflichten verbunden sei. Es sei fraglich, ob die Stadt sich den Repowerring-Wünschen widersetzen könne, wenn die Altanlagen in vier bis fünf Jahren aus der garantierten Einspeisevergütung fallen.

(ahw)