Aldenhoven: Bilder voller mystischer Tiefe

Aldenhoven: Bilder voller mystischer Tiefe

Seine Bilder haben etwas Mystisches. Mal sind sie ein wenig romantisch verspielt, mal düster und bedrohlich, doch immer erzählen sie eine Geschichte. Die aufwändig inszenierten Fotografien von Jörg Ewald erfordern es einfach, dass sich der Betrachter intensiv mit ihnen befasst.

Denn bei genauem Hinsehen tun sich immer wieder ganz überraschende Details auf. Wer sich auf Jörg Ewalds Fotografien einlässt, entdeckt Gesichter in einem Spiegel, eine Gestalt in einem Flakon, Lichtreflexe, die seinen ausdrucksstarken Bilder noch mehr Leben verleihen.

„Menschenmaterial” hat der Fotograf seine Ausstellung betitelt, die zurzeit im Rathaus der Gemeinde Aldenhoven zu sehen ist. Damit möchte er verdeutlichen, dass alles - auch der Mensch - auf dieser Erde vergänglich ist. Es sind ausschließlich Porträts schöner junger Frauen, die er zeigt und die er mit aufwändigen Kostümen und in ebensolchen Kulissen in Szene setzt.

Doch ebenso aufwändig, wie die Fotografien selbst, ist die Bearbeitung der Aufnahmen am Computer. Wie ein Gemälde gestaltet Ewald Hintergrund und Umgebung der Personen, so dass sie einen surrelastischen Eindruck beim Betrachter erwecken.

„Aus- oder Aufnahmekunst”, auf dieses Wortspiel verfiel Aldenhovens Bürgermeister Lothar Tertel bei der Ausstellungseröffnung, zu der er den Künstler und zahlreiche Gäste begrüßte. Tief beeindruckt zeigte er sich von den Arbeiten des Aldenhovener Künstlers, die er nun schon zum vierten Mal in einer Ausstellung sah. Zweimal waren es Gemeinschaftsausstellungen, an denen Ewald sich beteiligt hatte. Ganz besonders war ihm die Ausstellung in Aldenhovens französischer Partnerstadt Albert in Erinnerung geblieben, die damals viel Aufsehen erregte.

Jörg Ewald wurde 1965 in Aldenhoven geboren und lebt und arbeitet in der Merzbach-Gemeinde auch heute noch. Drei Jahre lang hat er mit einem Werbefotografen zusammengearbeitet, ist aber heute hauptberuflich in der Holzbranche tätig. Aus seiner Tätigkeit mit einem professionellen Fotografen hat er in seiner künstlerischen Arbeit stark profitiert, doch den Großteil seiner künstlerischen Fertigkeiten hat er sich als Autodidakt selbst erarbeitet.