Linnich: Biker-Gottesdienst: „Sind geboren um zu leben”

Linnich: Biker-Gottesdienst: „Sind geboren um zu leben”

Neben Glockengeläut war am Samstag vor der evangelischen Kirche noch etwas ganz anderes, etwas an dieser Stelle doch schon recht ungewöhnliches zu hören: Das Knattern und Röhren von gut hundert Motorrädern, Quads und Trikes, die sich den Weg auf den Altermarkt bahnten.

Nicht nur das herrliche Wetter hatte die Fahrerinnen und Fahrer dieser Maschinen dazu bewogen, ihre Bikes an diesem Morgen schon sehr früh aus den Garagen zu holen, sondern vielmehr die beiden Pfarrer Bernhard Jacobi und sein Aldenhovener Kollege Charles Chervigne, die wieder einmal zum fast traditionellen Bikergottesdienst geladen hatten.

Und so erlebten die Anwesenden einen ganz besonderen Gottesdienst vor den Türen der Kirche: Aus den Lautsprechern dröhnten Rockhymnen wie „Born to be wild” und auch die beiden Geistlichen trugen unter den Talaren schon die Lederkluft, denn im Anschluss an den Gottesdienst ging es mit röhrenden Endrohren raus auf die Piste - das wollten sich auch die Pfarrer nicht nehmen lassen.

Segen von den Biker-Pfarrern

Bevor die Saison jedoch auf der Straße eröffnet wurde, holten sich die Biker den Segen Gottes durch seine irdischen Biker-Pfarrer. „Der Segen bedeutet aber nicht, dass nichts passieren kann”, warnte Jacobi seine „Rocker”. Sondern es bedeute, dass man Gott bittet einen vor Gefahren zu behüten, vor dem eigenen Übermut und Leichtsinn.

Denn der Leichtsinn fordert jedes Jahr aufs neue hunderte Tote. „Wir sind geboren, um zu leben”, mahnte auch Cervigne die Biker und unterstrich seine Worte, indem er den gleichnamigen Song der Band „Unheilig” vom Band erklingen ließ. „Möge die Straße uns zusammenführen und der Wind in Deinem Rücken sein”, schloss Jacobi den Gottesdienst, bevor es mit röhrenden Motoren von gut hundert Bikes zu Ellys Bikertreff an der B57 ging.