Bewegender Führungswechsel und Rückblick bei der Linnicher Feuerwehr

Seit 125 Jahren im Dienst für die Menschen : Bewegender Führungswechsel und Rückblick bei Linnicher Wehr

Ehrungen, Beförderungen und personelle Veränderung an der Spitze prägten die bewegende 125-Jahr-Feier im Feuerwehrgerätehaus der Linnicher Blauröcke. Nach 18 Jahren in leitender Funktion übergab der scheidende Wehrleiter Theo Black den Staffelstab an seinen Nachfolger Hans Jürgen Schwarz.

Beide wurden von Kreisbrandmeister Karlheinz Eismar für ihre Verdienste geehrt. „Wenn ich jetzt geehrt worden bin, ist das eigentlich eine Ehrung für euch alle“, sagte Black zu „seiner Feuerwehr“, die nach der Umstrukturierung nunmehr eine Löschgruppe und kein Löschzug mehr ist. Schwarz begrüßte Blauröcke und Ehrengäste zu der mehrstündigen Feier, die durch die ansprechenden Auftritte der Mackenzie Pipe Band aus Wassenberg aufgewertet wurde.

Er nannte das Gründungsdatum der Wehr am 7. Februar 1892, als 29 beherzte Männer im Hotel Restaurant Albert Merkens zur Gründung der „Städtischen Freiwilligen Feuerwehr Linnich“ zusammenkamen. Ferner ging er auf die maßgeblichen Unterschiede ein: „Früher war es egal, wo es gebrannt hat, man hat sich gegenseitig geholfen, die Menschen wussten von der sozialen Abhängigkeit.“ Trotz vieler technischer Errungenschaften der Neuzeit, in der die Blauröcke zu jeder Tages- und Nachtzeit ausrücken, werde der Feuerwehr heute „manchmal kein Respekt entgegengebracht“. Eine Tatsache, die auch Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker wieder aufnahm „Dabei ist Respekt, Dank und Anerkennung das einzige, was zu zollen ist“, betonte sie.

Die Laudatio auf die Linnicher Feuerwehr hielt der scheidende Wehrleiter. Besonders interessant sind die Anfänge, in denen der erste Chef Albert Merkens die Wehr zur „ersten Blüte“ führte. Dazu zählten der Neubau des Feuerwehrhauses und eines Steigerturmes an der Ostpromenade, die Verbesserung der Ausrüstung sowie 1907 die Anschaffung einer mechanischen Patent-Leiter mit 17 Metern Steighöhe. Für ihre erfolgreichen Brandbekämpfungen, zumal mit der antiken Ausrüstung durch drei Handdruckspritzen, wurde die Feuerwehr immer wieder öffentlich hochgelobt, auch von Branddirektor Diesler, Chef des damaligen Peußischen Feuerwehrverbandes in Berlin.

1905 erfuhr die noch junge Wehr durch Inbetriebnahme der ersten Wasserleitung eine spürbare Erleichterung der Löschtätigkeit. Als Absicherung der Mitglieder im Unglücksfall wurde der erste Feuerwehrverband gegründet. Im Ersten Weltkrieg wurden die meisten Kameraden zum Militär eingezogen, während Schüler des Lehrerseminars an der Rurdorfer Straße Einsatzbereitschaft hatten. 1929 übergab Albert Merkens nach 37 Jahren das Zepter an seinen bisherigen Stellvertreter Arthur Platz. In dessen Amtszeit fiel an den Karnevalstagen 1929 ein Großbrand an der Rurstraße. Die Rur war zugefroren und die mechanische Leiter kippte während der Löscharbeiten um.

Platz modernisierte die Feuerwehr und erhöhte 1932 ihre Leistungsfähigkeit durch die Anschaffung einer Kleinmotorspritze mit 600 Litern Wasserlieferung. Die Wehrleitung wechselte unter Einfluss der politischen Verhältnisse 1935 von Arthur Platz an Karl Weiler für nur ein Jahr. Inzwischen war die Linnicher Wehr in eine Feuerwehrlöschpolizei umorganisiert worden und wurde ab 1936 bis zur Evakuierung der Linnicher Bevölkerung am 10. Oktober 1944 durch Christian Prinz geführt. Im dunkelsten Kapitel der Linnicher Blauröcke wurde unter anderem der beim Brand der Synagoge angerückten Wehr mit vorgehaltener Waffe die Löscharbeit verboten.

1945 formierte sich die Wehr unter Führung von Jean Willms im völlig verwüsteten Linnich neu. Nach der Entschuttung wurde bereits 1947 ein neues Feuerwehrgerätehaus am alten Standort errichtet. Von der ehemaligen Ausrüstung waren ein Wasserkübel, die Tragkraftspritze und eine Handdruckspritze übrig geblieben. In den Jahren ab 1972 fand ein umfassender Umbruch statt. Es wurde ein erster Feuerwehrplan erstellt. Black unterstrich zusammengefasst: „Eine leistungsfähige Feuerwehr ist der Garant zum Schutz unserer Bürger und niemals Selbstzweck“.

Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker nahm die Ehrungen des Landes NRW bei der Feier vor. Sie verlieh Georg Bartz für 35 Jahre die Goldene Anstecknadel. Ebenfalls für 35 Jahre wurden in Abwesenheit Dirk Venrath und Heinz Emunds ausgezeichnet, für 25 Jahre Treue Carsten Syben. Die Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes Düren verlieh Kreisbrandmeister Karlheinz Eismar an Hans Jürgen Schwarz (Silber), Karl Prieglmeier (Gold) und Theo Black (Gold). Brandinspektor Hans Jürgen Schwarz wurde als stellvertretender Zugführer entpflichtet und zum Löschgruppenführer ernannt.

Hauptbrandmeister Harry Hine wurde als Löschgruppenführer entpflichtet, Unterbrandmeister Marcel Hommens wurde zum Brandmeister befördert und zum stellvertretenden Löschgruppenführer ernannt.

Beförderungen: Zita Heinemann wurde zur Feuerwehrfrau befördert, Robert Veselinov, Simon Burges und, Fabian Havertz zu Feuerwehrmännern. Leonie Etzel und Joy Heinemann wurde zu Oberfeuerwehrfrauen erhoben, Heinz Kevin zum Oberfeuerwehrmann. Shwan Heinemann ist nunmehr Unterbrandmeister. Marco Jakobs, Frank Kleeberger und Hans Peter Krieger tragen nunmehr die Abzeichen eines Hauptfeuerwehrmannes. In die Ehrenabteilung wurden übernommen. Heinz Emunds, Manfred Mockenhaupt und Hubert Löhr.

(ptj)