Jülich: Bestes Sommerwetter lockt Tausende zum Jülicher Stadtfest

Jülich : Bestes Sommerwetter lockt Tausende zum Jülicher Stadtfest

Nach wiederholtem „Land unter“ in den vergangenen Jahren eröffneten Werbegemeinschaftsvorsitzende Ute Werner und Bürgermeister Axel Fuchs am Freitagabend sichtlich erleichtert bei bestem Sommerwetter und großem Besucherinteresse das 34. Jülicher Stadtfest.

Fuchs definierte die 34. Auflage augenzwinkernd als beinahe „närrisches Jubiläum 3 x 11“ und leitete daraus die beiden Kölschen Bands ab, die erstmals am Eröffnungsabend zur „Kölschen Nacht“ aufspielten. „Kommen Sie nach Jülich, und auch am (verkaufsoffenen) Sonntag sollten Sie eins nicht vergessen, Ihr Portemonnaie“.

Musikalische Unterhaltung auf der Hauptbühne am Markt (oben links) gab es beim 34. Jülicher Stadtfest laufend, wo viele tausend Besucher nach mehreren verregneten Jahren endlich einmal das gute Wetter im Liegestuhl genießen konnten (oben rechts). Das Projekt „Jülich hilft“ sprach am gesamten Wochenende Menschen an (unten r.). Groß war der Zuspruch gestern beim ökumenischen Open-Air-Gottesdienst (u.l.). Foto: Jagodzinska

Mit klaren Worten hoben Werner und Fuchs ganz nebenbei die Hintergründe eines mehrtägigen Festes der Werbegemeinschaft hervor. Die beiden „Gesichter“ von Werbegemeinschaft und Verwaltung verwiesen zudem auf ihre leistungsfähigen Teams und deren „Wahnsinnsarbeit“ für die Vorbereitung eines solchen Festes.

Karrossen zahlreicher Marken und Händler zogen auf dem Schlossplatz und der oberen Kölnstraße die Blicke auf sich. Foto: Jagodzinska

„Am Eigelstein is Musik“ — damit sorgte das neue Duo „Mi Hätz“ alias Stephan Milz und Mario Herzogenrath aus Niederzier sogleich für die richtigen Schunkeltöne.

Fotos: Jagodzinska. Foto: Jagodzinska

Ohrwurm aus Niederzier

Fotos: Jagodzinska. Foto: Jagodzinska

„Weil es heute so schön klebrig und warm war“, stimmten sie alsdann „Schweessfööss & Schabau“ an, der Song ist rund um Niederzier bereits ein Ohrwurm. Ein buntes und fast lückenloses Bühnenprogramm auf dem Marktplatz war auch am Samstag und Sonntag Mittelpunkt des gut besuchten Stadtfestes, das sich vom Hexenturm bis zur großen Neuwagenschau auf dem Schlossplatz erstreckte, wo die Fahnen von 15 Autohäusern wehten.

Die Palette dort reichte vom kraftvollen und preisgünstigen Mittelklassewagen über den sportlich-eleganten Flitzer bis hin zum Wohnmobil der Luxusklasse.

Besonders zur Mittags- und Kaffeezeit nahmen die Besucher auf den bereit gestellten Bänken auf der gesamten Festmeile Platz, kosteten das sehr breit gefächerte, internationale Speisen- und Getränkeangebot und genossen die musikalischen oder sportlichen Highlights. Diese wurden auf der zentralen Bühne und in den Seitenstraßen Bongardstraße, Düsseldorfer Straße, Markt- und Poststraße geboten.

Zahlreiche Familien mit Kindern und Hunden, aber auch etliche Rollatoren und Rollstühle waren auf der Festmeile zu sehen. Ins Auge fiel eine breite Vielfalt an handwerklich gefertigten Accessoires, darunter fantasiereiche bunte Metalltier-Unikate, Damen- und Kinderbekleidung und Schmuck jeder erdenklichen Stilrichtung, glänzende Karosserien, etliche Kirmesattraktivitäten und jede Menge Infostände.

Jülich hilft und Bürgerbus

Dazu zählte das weiße Infozelt der Stadt Jülich, das erstmalig in diesem Format seine digitale Plattform „Jülich hilft“ (www.juelich-hilft.de) präsentierte, um Ehrenamtler und Institutionen mit Sach- oder Zeitspendebedarf und Menschen mit Handicap zusammenzubringen. „Wir wollen in dieser Form einen Wiedererkennungswert schaffen. Wir nehmen jederzeit Ehrenamtler auf“, betonte Claudia Tonic-Cober. Sie begleitet auch von städtischer Seite das „Herzensprojekt“ der Stadt Jülich, den erfolgreichen Bürgerbusverein, der sich am Sonntag sehr effektvoll und praxisnah vorstellte — inklusive Bus-Komforttest.

Die Resonanz ist „bis heute stetig gewachsen“, sagte Tonic-Cober. Auf der kreisrunden Route wurden ab 2015 durchschnittlich 250 Menschen im Monat befördert, seit 2017 transportiert der Bus auf seiner neuen kleeblattförmigen Strecke mit häufigerer Einbindung des Stadtzentrums im Durchschnitt 700 Menschen monatlich, 1000 seien das Ziel. Deshalb sucht das Bürgerbusteam weitere Fahrer/innen. Ferner verwies das Bürgerbusteam um Vorsitzenden Klaus Krüger auf die Möglichkeit, mit der Tagesfahrkarte des Bürgerbusses mit einer Eintrittsermäßigung von einem Euro den Brückenkopf-Park besuchen zu können.

Weitere Höhepunkte am Sonntag waren der feierliche ökumenische Gottesdienst mit den Pfarrern Konny Keutmann und Horst Grothe auf dem Marktplatz, der Kinderflohmarkt und die Benefiz-Haarschneideaktion Jülicher Friseure, die zum zehnten Mal an den Start ging — diesmal zugunsten der „Kleinen Hände“.

„Wir kommen aus Wegberg jedes Jahr wieder hierher zum Stadtfest“, sprach Hildegard Graus, die sich auch am Stand „Jülich hilft“ informierte, den Organisatoren ein dickes Lob aus.

Die guten äußeren Bedingungen dürften auch den verkaufsoffenen Sonntag der Werbegemeinschaft nachhaltig unterstützt haben.

(ptj)