Jülich: Berufsinfomarkt in Herzogenrath: Schüler entdecken Berufe

Jülich: Berufsinfomarkt in Herzogenrath: Schüler entdecken Berufe

Mehr als 350 verschiedene Ausbildungsberufe stehen derzeit den jungen Menschen, die die Schule verlassen zur Auswahl, doch auf zehn dieser Berufe entfallen alleine 80 Prozent der abgeschlossenen Lehrverträge. Vieles bleibt brach liegen und oft mangelt es den Jugendlichen an Wissen, welche Möglichkeiten ihnen überhaupt geboten werden.

Auf der anderen Seite wird in den Medien immer wieder darauf hingewiesen, dass in naher Zukunft Fachkräfte Mangelware sein werden. Hier gilt es nun zu handeln und potenzielle Auszubildende umfassend zu informieren und ihnen zumindest einen Teil ihrer Möglichkeiten aufzuzeigen. Dazu dient der Berufsinfomarkt, den die Städte und Gemeinden des Nordkreises gemeinsam durchführen.

Unter der Federführung von Elisabeth Fasel-Rüdebach vom Amt für Familie, Generationen und Integration der Stadt Jülich fand dieser Markt zum zweiten Mal in der Herzogstadt statt. Im Berufskolleg, das erstmals Standort war, hatte man ideale Bedingungen gefunden. Und so konnten auch die rund 41 Aussteller aufgefordert werden, bei der Präsentation ihrer Ausbildungsplätze und ihrer Berufsbilder kleine praktische Beispiele vorzuzeigen. Aus der gesamten Region waren sie gekommen und boten einen sehr interessanten Einblick in die Vielschichtigkeit der Berufswelt.

Neben den großen Arbeitgebern wie SIG, RWE, dem Forschungszentrum, und einigen anderen, sowie Polizei, Bundeswehr, Zoll und andere öffentliche Einrichtungen, Krankenhäusern, Versicherungen und anderen waren dieses Mal auch viele kleinere Handwerksbetriebe vom Dachdecker über den Installateur , Kfz-Werkstatt, und Tischlerei gekommen. Sie vor allem nutzten die Einrichtungen und Werkstätten der Schulen, um einen praktischen Einblick zu gewähren. Im Foyer des Hauses hatte sogar ein Pralinenhersteller seinen Stand aufgeschlagen, wo sich die jungen Damen und Herren in der Pralinenherstellung versuchen konnten.

Außerdem hatte die Organisatorin für alle Schüler der 8. und 9. Klassen der 13 Schulen im Nordkreis ein Arbeitsheft vorbereitet. Es dient den Schulen zur Vor- und Nacharbeit und den Schülern bei ihrem Besuch des Info-Marktes als Leitfaden. Gezielt konnten sie mit Hilfe dieses Heftes sich über die Berufe informieren, die sie vielleicht einmal anstrebten. Außerdem wurden bei diesem Infomarkt Workshops zum Thema Bewerbung angeboten.

„Fachkräfte werden zukünftig fehlen und ich halte nichts von der Strategie ausländische Arbeitskräfte nach Deutschland zu holen. Beim letzten Versuch war das Interesse sehr gering. Wir müssen uns also auf unsere eigenen Ressourcen - unsere jungen Menschen - besinnen und den Ausbildungsmarkt neu ordnen”, hatte bei der offiziellen Eröffnung Staatssekretär Dr. Wilhelm Schäffer erklärt, der sich anschließend gemeinsam mit den Bürgermeistern der beteiligten Kommunen ein Bild vom breiten Spektrum des Berufsinfomarktes machte.

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