Bericht der Braunkohlekommission: Gute Vorzeichen für Jülicher Land?

Der Vorabbericht der Braunkohlekommission : Gute Vorzeichen für das Jülicher Land?

Die Anzeichen verdichten sich, dass die Bundesregierung bald größere Summen an Fördergeldern für Projekte im Jülicher Land bereitstellt.

Ein solcher Rückschluss ist möglich, wenn man den Vorbericht der Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung – landläufig als Braunkohlekommission bezeichnet – liest. Der Abschlussbericht lag am Freitagnachmittag noch nicht vor, trotz zunächst anders lautender Meldungen. Die Kommission soll der Bundesregierung spätestens bis zum kommenden Wochenende Empfehlungen vorlegen, wann der Ausstieg aus der Braunkohle beginnen und wann er abgeschlossen sein soll. Zudem empfiehlt die Kommission, wie viel Geld den Braunkohleregionen zur Verfügung gestellt werden soll.

Daten und Zahlen fehlen noch. Im Vorbericht erwähnt die Braunkohlekommission das Jülicher Land mehrfach, beispielsweise den auf der Merscher Höhe geplanten modernen Gewerbepark Brainergy-Park oder die Expertisen des Forschungszentrums auf dem Bereich der Bioökonomie. Dahinter verbergen sich Jülicher Forschungsgebiete, auf denen unter anderem getestet wird, wie Ackerflächen effektiver und mit neuen Früchten bewirtschaftet werden können. Dass das Jülicher Land namentlich im Vorbericht auftaucht, wertet Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) als gutes Zeichen.

So habe NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) Skizzen zum Brainergy-Park oder der Weiterentwicklung des Aldenhoven Testing Centers mit ins Kanzleramt genommen. Das hat offenbar Wirkung hinterlassen. „Ich bin froh, dass die vielen Stunden Arbeit, die hier im Kreis Düren mit Blick in die Zukunft geleistet wurden, nicht im Papierkorb verschwinden“, sagt Spelthahn. Den Eindruck, dass gerade der Kreis Düren mit Blick auf mögliche Fördergelder die Nase vorne haben könnte, wollte Spelthahn weder bestätigen noch dementieren. „Wir haben eine große Dichte an Forschung und Wissenschaft mit dem Forschungszentrum, dem FH-Campus Jülich und der RWTH Aachen als Partner am Aldenhoven Testing Center. Das nicht zu nutzen wäre töricht.“

Anstelle eines Dürener Vorteils sieht Spelthahn das gesamte Rheinische Revier im Vorteil gegenüber den Braunkohleregionen im Osten der Republik, die ebenfalls auf Fördermittel hoffen. In NRW seien bereits Strukturwandelprojekte im Gange, während aus den Braunkohlegebieten lange Zeit lediglich die Forderung nach Geld gekommen sei, aber nur vergleichsweise wenige Ideen, wofür die Mittel verwendet werden können. Erst jetzt seien auch in den östlichen Braunkohlegebieten erste Projekte zu finden.

Allgemein blickt Spelthahn den Herausforderungen des Strukturwandels positiv entgegen. Nicht zu verleugnen sei, dass das Ende der Braunkohle Risiken mit sich bringe, aber eben auch Chancen. „Wir haben hier sehr von der Braunkohle profitiert. Aber wir können jetzt kein Moll-Konzert anstimmen, weil damit irgendwann Schluss ist. Ich bin optimistisch, dass wir gestärkt aus dem Strukturwandel hervorgehen. Es wird einen großen Schub geben.“

Der nächste Schritt ist der Abschlussbericht der Braunkohlekommission. Den erwartet Spelthahn nach eigener Aussage mit Spannung. Neben den Zeitpunkten für das Auskohlen der Tagebaue und den Fördergeldhöhen enthält der Bericht auch eine Empfehlung über den symbolträchtigen Hambacher Forst und die Frage, ob die Umsiedlungsorte an den Tagebauen Hambach und Garzweiler noch weggebaggert werden.

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