Aldenhoven: Bergleute blicken auf das Ende einer Ära

Aldenhoven : Bergleute blicken auf das Ende einer Ära

Zur Eröffnung der Jahreshauptversammlung im „Ring Deutscher Bergingenieure“, Bezirksverband Aachen, konnte Vorsitzender Helmut Simon im Aldenhovener Bergbaumuseum mit dem Ehrengast Ulrich Dondorf als Geschäftsführer des Hauptvorstandes auch die Jubilare begrüßen, die 40, 50 und sogar 60 Jahre dem RDB im Bezirksverein Aachen angehören.

Im Willkommensgruß richtete der Vorsitzende ausdrücklich auch einen Dank an die Vorstandskollegen, die Schachtgruppenvertreter und ehrenamtlichen Mitglieder: „Ohne ihre Unterstützung könnte unsere Gemeinschaft die gestellten Aufgaben mit so einem beachtlichen Erfolg nicht erfüllen.“

Deutliche Worte fand der RDB-Vorsitzende auch im Hinblick auf das nahende Bergbau-Ende: „Die Tage des Kohlebergbaus sind in Deutschland gezählt. Nur noch bis Ende 2018, dann ist für die Bergbaubetriebe Propster Haniel und Ibbenbüren als letzte Zechen in Deutschland endgültig Schluss. Dann gibt es nur noch ein Säckchen mit Steinkohle als Erinnerung.“

„Immerhin“, so der Vorsitzende, „steuerten bis jetzt Steinkohle und Braunkohle noch 41,1 Prozent der Energieversorgung bei.“ „Wie kann“, so seine deutliche Frage, „dieser Anteil so schnell ersetzt werden?“ „Ist man etwa unfähig, die Realität zu erfassen oder unehrlich der Öffentlichkeit gegenüber? Wenn die Sonne nicht scheint und der Wind ausfällt, wie kann es weiter gehen, wenn die deutschen Kohlekraftwerke durch erneuerbare Energien ersetzt werden?“, so die Anmerkung des RDB-Vorsitzenden.

„Wenn wir also wissen, dass zur Zeit die Energieversorgung durch fossile Brennstoffe zu 41,1 Prozent abgesichert ist und moderne Kraftwerke einen Wirkungsgrad bis zu 50 Prozent erzielen können“, erhebt sich nach Simons doch abschließend die Frage: „Warum sollen dann die Kern- und Braunkohle-Kraftwerke 2022 abgeschaltet werden?“

Rückblickend erwähnte er auch den Höhepunkt der Kohleproduktion in den 50er Jahren: Damals malochten 600 000 Bergleute im Pütt! Rund 150 Millionen Tonnen Steinkohle wurden zu der Zeit in 173 Zechen in einem einzigen Jahr gefördert. „Damit“, so der Hinweis, „stammten mehr als zwei Drittel des deutschen Energieverbrauchs aus heimischer Kohle.“

„Als Interessenvertretung des bergmännischen Berufsstandes“ sieht Vorsitzender Simons „heute nach wie vor den Ring Deutscher Bergingenieure genauso notwendig wie gestern!“ Darum ist für ihn „die Kameradschaft und Solidarität auch in Zukunft besonders wichtig“.

In einem Grußwort der Aachener RDB-Gemeinschaft dankte Geschäftsführer Ulrich Dondorf „für den Einsatz der Mitglieder im regionalen Bezirksverein“. „Trotz vielseitiger Änderungen in der Energiepolitik kann sich der Ring Deutscher Bergingenieure weiter öffnen und für die vielseitigen Aufgaben sowohl für den Fortbestand als auch für den Erhalt der bergmännischen Tradition einsetzen.“

In der Jubilarehrung wurden aus den Schachtgruppen Anna (Alsdorf), Emil Mayrisch (Siersdorf) und Sophia Jacoba (Hückelhoven) insgesamt 16 Mitglieder für 60, 50 und 40 Jahre geehrt. Im Verlauf der Tagesordnung wurden der Geschäftsbericht von Peter Spiertz und der Kassenbericht von Dieter Brendt verlesen. In ihren Ämtern wurden Vorsitzender Helmut Simon und Geschäftsführer Peter Spiertz bestätigt.

In dem Bemühen um den Erhalt der bergmännischen Tradition freuten sich die Versammlungsteilnehmer auch über Gesangsbeiträge des Knappenchores St. Barbara Alsdorf unter der Leitung von Wolfgang Michel.

(zts)
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