Beratungsstelle für Frauen und Mädchen legt ihren Jahresbericht vor

Beratungsstelle für Frauen und Mädchen : Die Zahl der Hilfesuchenden Frauen steigt

Die Beratungsstelle für Frauen und Mädchen in Jülich blickt auf die letzten beiden Jahre zurück und startet mit einer neuen Internetseite und Ferienworkshops für Mädchen in die Zukunft.

„Jede vierte Frau hat mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Partnerschaftsgewalt erlebt“, so heißt es in einem Bericht des Statistischen Bundesamtes, der Ende 2018 erschienen ist. Die Dunkelziffer könnte noch viel größer sein. Annette Umscheid und Maria Brenner, beide Sozialarbeiterinnen bei der Beratungsstelle für Frauen und Mädchen im Kreis Düren, arbeiten tagtäglich daran Betroffen zu helfen, aber auch Präventionsarbeit zu leisten.

Ihre Bilanz aus dem Bericht für die letzten beiden Jahre: Die Zahl der Hilfesuchenden steigt. Nahmen 2017 insgesamt 414 Klientinnen den Kontakt auf, waren es 2018 bereits 462. Auch die Zahl der geführten Gespräche, Telefonate und Email-Kontakte stieg, mit insgesamt 1959 Kontakten 2017 und 2189 Kontakten 2018. Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass die Zahl der Betroffenen Frauen und Mädchen steigt. Auch eine gestiegene Aufmerksamkeit für das Angebot der Beratungsstelle kann für diese Entwicklung verantwortlich sein.

Den Zugang zu Hilfe und die Überwindung der Hemmschwelle bei den Betroffenen zu erleichtern. ist den Sozialarbeiterinnen ein großes Anliegen. Auch deshalb hat die Beratungsstelle seit Anfang des Jahres eine neue Internetpräsenz. Auf der Seite gibt es unter anderem Audio-Einspieler zum Thema häusliche Gewalt in sechs Sprachen und in einfacher Sprache zum anhören.

„Die Verständigung für Frauen mit schlechten Deutschkenntnissen ist oft ein Problem“, erklärt Maria Brenner. „Wir wollen vermeiden, dass sie sich die Texte auf der Internetseite dann von ihren Kindern übersetzen lassen.“ Diese seien, besonders im Fall von häuslicher Gewalt, sowieso schon belastet genug.

Eine spezielle Rubrik für Mädchen wurde außerdem eingerichtet. Bereits früh anzusetzen und den jungen Frauen nicht nur konkrete Hilfen, sonder auch einfach nur ein offenes Ohr anzubieten, ist Annette Umscheid wichtig: „Die Mädchen sollen mit allen Problem und Ängsten hierher kommen können“, sagt sie. „Auch wenn es vielleicht ‚nur’ um Liebeskummer geht. Das ist schon schlimm genug.“ In den Ferien bietet die Beratungsstelle außerdem Workshops an:

Am Dienstag, 23. Juli, von 10 bis 13 Uhr geht es unter dem Motto „My body! My Rules!“ weiter. Der letzte Workshop „#girlpower“ findet am 30. Juli ebenfalls von 10 bis 13 Uhr statt. Das Angebot richtet sich an Mädchen zwischen 12 und 16 Jahre, die Teilnahmegebür beträgt drei bis fünf Euro nach Selbsteinschätzung. Anmeldungen sind ab sofort per Mail an info@frauenberatungsstelle-juelich.de oder per Telefon an 02461/58282 möglich.

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