Linnich: Bei der Großbaustelle in Linnich hakt es vielfach

Linnich : Bei der Großbaustelle in Linnich hakt es vielfach

Informationen zum aktuellen Stand der Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes (IHK) sind zwar im Linnicher Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt inzwischen oft geübte Routine, doch nach dem Vortrag von Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker am Mittwoch zum Fortgang der Arbeiten wurde auch Unmut laut.

Noch in Arbeit ist zum Beispiel die Planung des Neubaus der Mühlenteichbrücke in Höhe des Glasmalerei-Museums, die bereits bis auf die Widerlager abgetragen worden ist und aktuell durch eine Behelfsbrücke für Fußgänger ersetzt wird. Die hat allerdings den Nachteil, dass die Benutzung weder mit Rollatoren noch mit Rollstühlen möglich ist.

Zudem werden entlang dieser Behelfskonstruktion diverse Versorgungsleitungen für Gas, Wasser und Strom geführt, die Ober- und Unterstadt verbinden. Die zu erneuernde Brücke befindet sich an einem sehr sensiblen Bereich der Rurstraße, die dort eine Engstelle aufweist. Nicht zuletzt müssen die Belange des Glasmalerei-Museums beachtet werden, das an dieser Stelle vom Mühlenteich durchflossen wird.

Schunck-Zenker berichtete weiter, dass der erste Bauabschnitt des Rurstraßen-Umbaus nahezu vollendet ist. So seien sämtliche Hausanschlüsse erneuert worden. Und mit den Pflasterarbeiten werde im Februar begonnen. Dann könne auch der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen werden.

Zum Place de Lesquin sagte die Bürgermeisterin, dass sich die Entscheidung bei der Bezirksregierung zur geplanten Einstiegsmöglichkeit für Boote im Bereich des Ruruferradweges wohl weiter verzögern wird.

Drohende Existenznot

Verzögern war das Stichwort für Stefan Wenders (CDU), der im Fachausschuss von „unangenehmen Gesprächen mit Gewerbetreibenden“ berichtete, die eine drohende Existenznot beklagt hätten. „Wir können uns keine Baustelle leisten, wo nichts passiert“, sagte Wenders, der sich hier mehr Nachdruck gewünscht hätte und insbesondere Citymanager Jonas Reimann und dessen Umgang mit Anliegern kritisierte.

Da half auch der Einwurf von Marion Schunck-Zenker nichts, dass hier sehr wohl viel passiert sei, aber der überwiegende Teil der Arbeiten des ersten Bauabschnitts der Rurstraße unterirdisch ausgeführt worden sei.

Ein weiterer Punkt, den Stefan Wenders zur Sprache brachte, betrifft den Vorplatz des Glasmalerei-Museums, der zeitweise als Parkplatz für schwere Baufahrzeuge genutzt worden sei. Er empfiehlt, zur Beweissicherung Fotos anzufertigen, damit der Vorplatz des Museums am Ende nicht zum „Kollateralschaden“ wird, sondern von den ausführenden Firmen in einem ordentlichen Zustand hinterlassen wird.

Die Bürgermeister berichtete schließlich auch im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt über eine weitere Verzögerung: beim Bau der integrativen Kultur- und Begegnungsstätte. Wie schon am Dienstag im Kulturausschuss legte sie dar, dass es nach Ausschreibung des Neubaus der integrativen Kultur- und Begegnungsstätte zwar zwei Bieter gegeben habe, deren Angebot aber nicht wirtschaftlich gewesen sei, sodass der Rat die Ausschreibung aufgehoben hat — darüber haben wir in der Mittwochsausgabe berichtet.

Auch hier ist neben diffizilen inhaltlichen Erschwernissen wie dem Versuch der Kostenreduzierung der ursprünglich vorgesehene Zeitplan kaum noch zu halten.

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