Jülich: Becken-Schiefstand im Hallenbad

Jülich: Becken-Schiefstand im Hallenbad

Die Wasserwaage täuscht sich praktisch nie und genießt deshalb seit Jahrhunderten das volle Vertrauen der Handwerker. Der Wasserspiegel im Jülicher Hallenbad ist im Grunde nichts anderes.

Der Pegel verhieß aber zuletzt nichts Gutes: einen Becken-Schiefstand. Der größte Innen-Pool im Nordkreis ist abgesackt. Vom Schwimmer- zum Nichtschwimmerbecken sind es sechs Zentimeter, also nicht die Welt, aber genug, um in einer Art Kettenreaktion etliche Probleme zu verursachen. Sie werden derzeit behoben.

Lange wunderten sich die Verantwortlichen im Bad und bei den Stadtwerken über den hohen Wasserverlust, bis sie auf das ungleiche Niveau über die gesamte Länge stießen. Das Wasser floss natürlich zur tiefsten Stelle und verschwand dort im Überlauf.

Das wird sich wieder ändern, denn die Ursache für den „Absacker” sind Bergschäden. Von daher muss der Bergbautreibende (RWE Power) auch für den Schaden und dessen Behebung aufkommen. Diese doch aufwändigen Arbeiten erklären die vierwöchige Pause im Betrieb des Hallenbades vom 7. Dezember bis zum 3. Januar 2010.

Da es realitätsfern wäre, das Becken von unten so zu stützen, dass das Wasser wieder „in der Waage” steht, machen´s die Handwerker aus Wilhelmshaven genau umgekehrt: nämlich gleichmäßig schief. Sprich: Sie erhöhen den Überlauf und folgen dem Absatz. Am Ende ist der Rand dort am höchsten, wo das Becken am meisten Gefälle hat. Damit ist zwar die Ursachen nicht behoben, wohl aber die Wirkung.

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