Bebauung Walramplatz: Rewe könnte Mitte 2021 öffnen

Bebauung Walramplatz : Ein Nahversorger zur Stärkung der City

Lebensmittelvollsortimenter sind Mangelware in der Jülicher Innenstadt. Das wird sich ändern. Auf dem Walramplatz wird eine 1300 Quadratmeter große Rewe-Filiale entstehen. Mitte 2021 soll der Nahversorger öffnen.

Stadtplaner und Investoren sprechen immer gerne im Konjunktiv. Erst recht, wenn es sich um eigene Projekte handelt und besonders dann, wenn sie bei ihren Projekten auf die Mithilfe von Kommunen angewiesen sind. Wenn man also Hans-Wilhelm Hambloch von der IPH Handelsimmobilien GmbH fragt, wann denn realistischerweise mit der Bebauung des Walramplatzes in Jülich zu rechnen ist, die er für die in Bergheim ansässige Rewe Richrath Supermärkte GmbH plant, dann folgen Sätze wie diese: „Wenn alles gut läuft, dann...“

Das Unternehmen will auf der Fläche vor dem Hexenturm einen Frische-Supermarkt mit Parkplätzen errichten. Die Bergheimer Kaufleute hatten sich 2018 in einem Bieterverfahren durchgesetzt und die Fläche Ende des Jahres von der Stadt erworben. Fällig wird die Kaufsumme allerdings erst, wenn das Baurecht vorliegt. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Hambloch: „Die Stadt arbeitet derzeit an der Aufstellung des Bebauungsplanes. Wir hoffen, dass der Aufstellungsbeschluss Mitte des Jahres erfolgt. Die Stadt ist sehr bemüht, alles zeitnah abzuarbeiten.“ Liegt der Beschluss vor, kann der Bebauungsplan ausgelegt werden. Bis er rechtskräftig ist, könnte noch ein Jahr vergehen. „Dann werden wir umgehend den Bauantrag stellen“, betont Hambloch. Er hofft, dass der genehmigte Bauantrag im Herbst 2020 vorliegt und dann zügig mit dem Bau begonnen werden kann. Dies im Hinterkopf, komplettiert den Satz: „Wenn alles gut läuft, dann können wir den Supermarkt Mitte 2021 eröffnen.“

Frühestens Mitte 2021 könnte der rund 1300 Quadratmeter große Lebensmittelmarkt öffnen. Foto: IPH Handelsimmobilien

Das Gebäude selbst entsteht im rückwärtigen Teil des Walramplatzes, also im Bereich der verlängerten Herzog-Wilhelm-Allee/Turmstraße. Die Parkplätze werden zum Hexenturm hin angeordnet. Die Front zur Großen Rurstraße soll eine leichte Schräge erhalten, so dass stets die Sichtachse zum Hexenturm gewahrt wird.

„Die archäologischen Untersuchungen werden bereits im Bebauungsplanverfahren abgearbeitet werden“, erklärt Hambloch. Unter dem Walramplatz befinden sich Reste der Römerstraße, des mittelalterlichen Gerberhandwerks und eine nach dem Krieg angelegte Künette. Da man mit dem Bau nicht in die Tiefe will, müssen nur beim Fundament entsprechende Stützen eingetragen werden. Erst wenn die archäologischen Untersuchungen abgeschlossen sind, kann die genaue Planung des Baukörpers erfolgen, so dass auch erst dann der Bauantrag vorgelegt wird.

Hohe Kaufkraft

Auf knapp 1300 Quadratmetern (das entspricht in etwa der doppelten Größe der früheren Kaisers-Filiale) sollen zwischen 20.000 und 25.000 Artikel angeboten werden. Zusätzlich wird es einen Bäcker geben. Sehr bewusst ist dieser Lebensmittelmarkt „als Versorger für die Innenstadt“ konzipiert, dementsprechend habe man sich auch nicht für eine Lage am Stadtrand entschieden. Hambloch: „Wir glauben an diesen Standort, weil die Struktur der Stadt gut ist und eine entsprechende Kaufkraft vorhanden ist. Wir sind uns auch sicher, dass unser Projekt die Innenstadt stärkt, weil es für eine zusätzliche Kundenfrequenz sorgen wird.“

Eine durchaus realistische Einschätzung, zumal es für Kunden in der Innenstadt mit zwei Netto- und Norma-Filialen nur noch Discounter gibt. Auch bei den Vollsortimentern ist Jülich bei seiner Größe mit dem Real und einer Rewe-Filiale im Heckfeld nicht gerade üppig aufgestellt.

Mit ein Grund, warum Hambloch auch noch weiteres Potenzial für Jülich in diesem Bereich sieht. „Wir haben mit der Stadt eine Vereinbarung getroffen, dass wir bei einem Neubauprojekt ‚Neues Rathaus’ ein Erstbelegungsrecht erhalten, wenn an dieser Stelle ein Lebensmittelmarkt hinkommen soll.“

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