Beachvolleyball: Dürener Duo gewinnt im Jülicher Sand

Westdeutsche Beachvolleyball-Meisterschaft : Dürener Duo gewinnt im Jülicher Sand

Tobias Brand und Jonas Reinhardt (SWD Powervolleys Düren) sind die neuen westdeutschen Meister im Beachvolleyball. Beim Turnier in Jülich gewinnen sie trotz starker Konkurrenz. Die Neuauflage des DKB Beach Cups auf dem Schlossplatz ist für 2020 und 2021 geplant.

Als der letzte Ball der westdeutschen Beachvolleyball-Meisterschaft gespielt war, saß mit Jan Romund einer der wesentlichen Protagonisten im Sand auf dem Jülicher Schlossplatz, grinste breit und reckte die Daumen nach oben. Man hätte meinen können, dass der 2,02-Meter-Hühne nach 2017 erneut Meister geworden war. War er aber nicht. „Wir haben alles gegeben“, sagte der 35-Jährige nach der Siegerehrung über sich und Mitspieler Niko Meyer (beide Aasee). „Und das hat Spaß gemacht.“ Deswegen die Daumen hoch.

Die Geste galt auch in Richtung der neuen westdeutschen Meister. Die heißen Tobias Brand und Jonas Reinhardt und spielen neuerdings für den Hallen-Bundesligisten SWD Powervolleys Düren. „Wir wussten, dass wir unser Bestes geben müssen, um sie schlagen zu können. Das haben wir getan, trotzdem waren sie besser“, sagte Routinier Romund über die beiden jungen Neu-Dürener. Brand/Reinhardt sind beide 21 Jahre jung, haben ihre Volleyball-Zukunft noch vor sich. Beispielsweise am kommenden Wochenende, wenn sie bei der Endrunde um die deutsche Meisterschaft starten. Dann als Außenseiter.

„Das war ein Spiel auf höchstem Niveau“, freute sich Brand, der künftig auch in der Halle für Düren spielt. In fünf Partien haben sie nur einen Satz abgegeben, und zwar im Viertelfinale, als sie Titelverteidiger Thomas Stark und dessen Beach-Partner David Seybering 2:1 bezwangen.

Sie hat die Lufthoheit: Karolin Reich (links) setzt im Finale einen entscheidenden Blockpunkt. Foto: Guido Jansen

Wie Brand/Reinhardt waren auch die Zwillinge Lena und Sarah Overländer (Voerde) als Favoriten in den DKB Beach Cup gestartet. Auch sie spielen am kommenden Wochenende um die deutsche Meisterschaft. Jülich verließen sie aber ohne den angepeilten Titel: Die von Turnierdirektor Bernd Werscheck trainierten Zwillinge verloren das Frauen-Finale mit 1:2 gegen Karolin Reich und Melanie Preußer (Köln). Am Ende im Tiebreak dominierte Reich im Block, während Preußer in der Abwehr spektakulär retten konnte. „Ich haben noch nie gegen die Zwillinge gewonnen“, sagte Reich. „Mega“, fügte sie hinzu.

Genau so kommentierte sie auch den DKB Beach Cup. „Tolle Zuschauer, kuschelige Atmosphäre“, schilderte sie ihre Eindrücke. Und sie klatschte Beifall, als der kurz zuvor mit der Ehrennadel des Westdeutschen Volleyball-Verbands (WVV) ausgezeichnete Schirmherr Landrat Wolfgang Spelthahn während der Siegerehrung dem Publikum zurief, mit dem Applaus zum Ausdruck zu bringen, dass das Turnier in Jülich bleiben soll. Es war der lauteste Applaus des Turniers.

Von der Sonne verwöhnt: Der Center Court auf dem Jülicher Schlossplatz. Der Sand wird jetzt zur Beachvolleyball-Anlage des Dürener TV transportiert. Foto: Guido Jansen

Der Präsident des WVV Hubert Martens nahm Spelthahns Bewerbung für die Turniere 2020 und 2021 lächelnd entgegen. Alleine entscheiden könne er nicht, das sei Sache des Präsidiums. „Aber es sieht ganz gut aus“, bekräftigte er.

„In Jülich kriegen sie das hin“

Das sagte auch Jan Romund. „Ich bin froh, dass es hier einen Ausrichter von so hoher Qualität gibt. Solche Turniere erfordern eine gute Organisation und kosten Geld. In Jülich kriegen sie das wirklich gut hin“, lobte er den Ausrichter Kreis Düren und Turnierdirektor Werscheck. „Bis zum nächsten Jahr“, verabschiedeten sich die meisten. Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs nahm das lächelnd zur Kenntnis.

Seit 2002 gibt es das Turnier. „Angefangen haben wir bei sechs Grad und Nieselregen auf dem Dürener Kaiserplatz“, wie sich Spelthahn erinnerte. Der Jülicher Schlossplatz war bei prallem Sonnenschein gut besucht. Eine der zwei Tribünen war bei den Finalspielen aber nur spärlich besetzt, weil die Zuschauer in den Schatten flüchteten. „Trotzdem, es gibt schlechteres Wetter für Beachvolleyball“, kommentierte Werscheck.