Barrierefreies Wohnen und Nahversorgung für Lucherberg geplant

Ehemalige Brikettfabrik : Bis zu 20 Millionen Euro für das neue Wohnquartier

Zwei Architekten wollen auf dem Gelände der ehemaligen Brikettfabrik innerhalb von fünf Jahren für 20 bis 25 Millionen Euro ein Wohnquartier bauen. Nach Abrissarbeiten wird zuerst ein Verbrauchermarkt errichtet.

An der Goltsteinstraße, wo vor 200 Jahren die Wiege des hiesigen Braunkohleabbaus stand, schicken sich zwei Aachener Architekten an, der Umsiedlungsgemeinde Inden einen neuen Entwicklungsimpuls zu geben.

Auf dem rund 30.000 Quadratmeter großen Gelände der ehemaligen Brikettfabrik Lucherberg sollen nach Angaben von Elmar Manstein insgesamt rund 200 barrierefreie Wohnungen entstehen. Manstein kann sich überdies dort Arztpraxen oder eine Pizzeria vorstellen. „Wir wollen nicht am Bedarf vorbei bauen“, erläutert er ein Grundprinzip der Planungen. So gebe es schon jetzt sehr viele Interessenten, die eine der seniorengerechten Wohnungen mieten oder kaufen möchten.

Die Indener „City“ und die Geschäfte sind schließlich nur wenige Meter weit entfernt. Die beiden Autobahnanschlüsse und die Nähe zum künftigen Indesee nennt er als weitere Standortvorteile des Areals. Positiver Effekt für die Gemeinde: Wenn Bewohner ihre großen Anwesen verlassen, um sich kleiner zu setzen, ist mit einem Domino-Effekt zu rechnen, wenn junge Familien die frei gewordenen Häuser besiedeln. So ist mittelfristig mit einer steigenden Einwohnerzahl zu rechnen, nachdem der Tagebau die meiste Entwicklungsfläche gefressen hat.

Baugenehmigung liegt vor

Um die Wohnbaupläne zu verwirklichen, muss nach der Sommerpause zunächst auf Kosten der Manstein & Hain GbR ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden, um Baurecht zu erlangen. Eine Baugenehmigung liegt bereits für einen Verbrauchermarkt vor, der ebenfalls an der Goltsteinstraße entstehen soll und mit dessen Bau schon in etwa sechs Wochen begonnen wird. Der Markt entsteht auf einem Zipfel des Grundstücks, das noch innerhalb des angrenzenden Gewerbegebiets liegt.

Dazu wird derzeit das Erdreich der Industriebrache ausgetauscht, die beide Aachener Architekten Anfang 2018 aus einem Insolvenzverfahren erworben haben. Nach einem Bodengutachten und Klärung der Finanzierung war ein Stolberger Abbruchunternehmen am Zuge, um mit zwei Baggern und einem mobilen Backenbrecher einen Teil der Gebäude zu beseitigen, die sich nun in Form von zermahlenen Bauschutt auf dem Gelände türmen. Aktuell wird mit dem Bodenaustausch der Bau des Verbrauchermarktes vorbereitet.

Das aus braunen Klinkersteinen gemauerte eigentliche Fabrikgebäude entlang der Goltsteinstraße bleibt dagegen stehen. „Wir wollen etwas Historie erhalten“, sagt Elmar Manstein, der sich hier eine gewerbliche Nutzung ohne Lärmentwicklung vorstellen kann. „Ein schönes, positives Projekt“, fasst er „die Eigenentwicklung, die wir behalten wollen“, zusammen, die ein Investitionsvolumen von 20 bis 25 Millionen Euro umfasst. Für die Realisierung, die Schritt für Schritt umgesetzt wird, ist nach Mansteins Angaben ein Zeithorizont von fünf bis sechs Jahren vorgesehen.

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