Barmener See in Jülich: Naturschutzgebiet und Müll-Problemzone

Der Sommer am Barmener See : Naturschutzgebiet und Müll-Problemzone

Beinahe schon kann man die Sonnenuhr danach stellen: Sobald das Wetter Grill und Badehose zulässt, wird das Ufer des Barmener Sees zugemüllt. Die Stadt Jülich hat wenig Handhabe, um dieses Problem in den Griff zu bekommen.

„Ich weiß nicht, ob die Leute, die da achtlos ihre Chipstüten wegwerfen, nicht lesen können oder nicht lesen wollen“, sagt Heinz-Günter Ervens vom Bauverwaltungsamt der Stadt Jülich. Offenbar gibt es laut Ervens keine Handhabe, um die See-Besucher davon abzuhalten, ihren Müll einfach wild zu entsorgen. „Da reicht es auch nicht, wenn die Leute ihren Müll in Müllsäcke packen und die dann liegen lassen“, berichtet Ervens. Dann passiert das, was am Wochenende an der Vogelwarte geschehen ist, unweit der Broicher Brücke. Der Sturm zerfetzt den Müllsack, der Inhalt hängt dann in den Bäumen und Sträuchern. Die eigentlich so lauschige Ecke sieht dann aus „wie Sau“.

Eine Aufsicht oder gar Kontrollfunktion können die Mitarbeiter der Stadt nicht erfüllen. Dafür ist der drei Kilometer lange Uferbereich zu weitläufig. Und bei schönem Wetter sitzen die Menschen an fast jedem zugängigen Stück Ufer. Schwer bepackt mit Getränken und Essen reisen vor allem junge Menschen an.

Der Barmener See ist ein Naturschutzgebiet. Das geht einher mit strengeren Regeln für den Menschen. Lesen Sie dazu unsere Info-Box. Gleichzeitig sei der See laut Ervens eine der neuralgischen Stellen, die für viel wilden Müll bekannt seien. Schweren Müll finden die Stadt-Mitarbeiter hier meistens nicht. „Es gibt andere Stellen, da werden immer wieder Reifen oder gar Öle entsorgt“, beschreibt Ervens. Zuletzt habe sogar jemand den Kraftaufwand betrieben, eine Waschmaschine 200 Meter in ein Waldstück zu tragen. „Dabei können die Bürger Elektro-Schrott jederzeit abgeben. Sie melden den Schrott an, erhalten einen Termin und stellen ihn dann an die Straße“, sagt Ervens. Sperrmüllabfuhren von bis zu vier Kubikmetern bietet die Stadt nach Terminvereinbarung zweimal pro Jahr an.

(jan)
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