Jülich: Bananensprayer stellt in Jülich aus

Jülich: Bananensprayer stellt in Jülich aus

Hans Boos, Inhaber des gleichnamigen Logistikunternehmens im Jülicher Heckfeld, ist auch ein Kunstfreund, der sich langsam zum Mäzen entwickelt. Seine private Kunsthalle Red Point an der Elisabethstraße dient üblicherweise als Atelier des Künstlers Ernesto Marques. Gelegentlich werden dort auch Ausstellungen gezeigt.

Für kommenden Sonntag hat Boos mit Hilfe von Ilona Loseck einen dicken Fisch an Land gezogen, denn Thomas Baumgärtel, besser bekannt als Bananensprayer, präsentiert eine Woche lang unter dem Titel „transition“ Malerei und Sprayarbeiten, die in den vergangenen 30 Jahren entstanden sind.

„Es ist nicht alles Banane“, legt Baumgärtel Wert darauf, nicht auf sein Markenzeichen reduziert zu werden.

Werke des Übergangs im Fokus

Dem wohl bekanntesten Sprayer Deutschlands kommt es vor allem darauf an, Werke des Übergangs zwischen seinen einzelnen Schaffensphasen seit 1983 zu präsentieren. Die langgestreckte Halle eigne sich dafür ausgezeichnet, kam dem Kölner Künstler bei einem Ortstermin in der Herzogstadt die Idee, aus der er später das Ausstellungskonzept entwickelt hat.

So gehören zu seiner künstlerischen Zwischenbilanz, die in Jülich zu sehen sein wird, auch Baumgärtels „graue Phase“ sowie Bilder, die aus winzigen Bananen oder Bananenstielen zusammengesetzt sind.

Rund um den Globus

Baumgärtel, der seine Spraybananen, die an Andy Warhols Südfrucht für die Rockband Velvet Underground erinnern, mittels Schablonen aufbringt, hat sein Markenzeichen inzwischen an den Eingängen von etwa 4000 Kunstmuseen und Galerien rund um den Globus hinterlassen. Auch in seinem Atelier in Köln-Deutz ist das Signet vielfach zu finden.

Im Jahr 2010, als das Ruhrgebiet europäische Kulturhauptstadt war, kam Baumgärtel sich phasenweise wie ein Restaurantkritiker vor, als er bei den Reisen zu 100 Kunstorten im Ruhrgebiet von den Kulturtempeln im „Pott“ auf der Jagd nach seiner Banane ziemlich hofiert worden ist.

Inzwischen setzt der Künstler, der in Köln neben Freier Kunst auch Psychologie studiert hat, die Banane als eine Art „Rorschach-Test“ ein: Beim Gegenüber werde stets eine Reaktion provoziert, die ihm wertvolle Aufschlüsse liefere.

Bei gerade erst entstandenen Arbeiten nimmt Baumgärtel auch gern wieder die Bananen-Republik Deutschland aufs Korn: Etwa, wenn bei der mit Spraylack behandelten Stofffahne mit dem Titel „CO2-Deal“ das Markenzeichen eines bayerischen Nobelautos mit den drei Buchstaben CDU versehen worden ist.

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