Kreis Düren: Bald mit Lichtgeschwindigkeit ins Internet

Kreis Düren: Bald mit Lichtgeschwindigkeit ins Internet

Die Deutsche Glasfaser GmbH, Heinsberg, will jetzt auch im Kreis Düren ein Glasfasernetz errichten, so dass die Nutzer mit Lichtgeschwindigkeit (100 Mbit/Sekunde im Download und Upload) ins Internet gehen können.

Marco Westenberg hat das Konzept der Deutschen Glasfaser auf Einladung von Landrat Wolfgang Spelthahn der Bürgermeisterkonferenz im Kreis vorgestellt. Die Deutsche Glasfaser, die zum niederländischen Bau- und Immobilienriesen Reggeborgh, Rijssen, gehört, baut die Glasfasernetze und vermietet sie dann an Telekommunikationsunternehmen. Die Endkunden können dann zwischen den Diensten dieser Provider wählen. Im Kreis Heinsberg, wo bis 2015 ein flächendeckendes Netz entstehen soll, zahlen Haushalte dem gewählten Provider für einen Internetanschluss 44,95 Euro im Monat, für Internet plus Telefon 46,95 Euro und für Fernsehen (DT-TV), Internet plus Telefon 54,95 Euro. Der Vertrag mit dem Provider hat eine zweijährige Vertragslaufzeit, wobei die ersten sechs Monate gratis sind.

Bevor die Kabel verlegt werden, muss eine hinreichend große Nachfrage sichergestelt sein. „Wir bilden Ausbaueinheiten mit jeweils rund 500 Haushalten, die eine eigene Verteilerstation bekommen. Der Abschnitt wird nur dann mit Glasfaserkabeln versorgt, wenn sich mindestens 40 Prozent dieser Haushalte in einem Vorvertrag bereit erklären, das Netz zu nutzen“, erläuterte Westenberg.

Anschluss bis zur Wohnung

Sobald die 40 Prozent erreicht sind, verlegt der beauftragte Generalunternehmer die Kabel für das komplette Gebiet unter die Erde. Jede einzelne Wohnung erhält ein eigenes, sehr dünnes Glasfaserkabel, das über den Verteilerknoten ins Hauptnetz mündet. Es handelt sich also um „Fiber to the Home” (FTTH). Wer seinen Hausanschluss während des Akquisezeitraums bestellt, erhält ihn kostenlos. Danach werden 400 Euro für die Verkabelung berechnet. „Während andere Netzbetreiber ihre Investition binnen vier, fünf Jahren amortisieren wollen, planen wir mit 17 Jahren“,sagte Westenberg. In den Niederlanden ist das Reggeborgh-Geschäftsmodell seit über zehn Jahren erfolgreich, hieß es. Täglich würden dort bis zu 3300 Haushalte an das Glasfasernetz angeschlossen. Mit im Boot ist dort auch der niederländische Telekom-Konzern KPN, zu dem (noch) der deutsche Mobilfunkanbieter E-Plus gehört

Landrat Spelthahn: „Die via Internet verschickten Datenmengen werden weiter zunehmen. Zwar haben wir im Rahmen unserer Breitband-Initiative schon sehr viel erreicht, doch es gibt leider immer noch unterversorgte Gebiete. Ein flächendeckendes Glasfasernetz wäre optimal für den Kreis Düren als Lebens- und Wirtschaftsraum. Damit würden wir in diesem Punkt zu den Ballungsgebieten aufschließen.“

Der Kreis und einige Kommuinen haben bereits mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung den Glasfaserausbau befördert, doch dabei werden nur Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 16 Mbit/s erreicht.

Zum Vergleich: Die Deutsche Telekom bietet optional in Städten Glasfaser-Anschlüsse mit bis zu 200 Mbit/s (Download) und 100 Mbit/s (Upload) an. Auch hier handelt es sich um FTTH. Bis zu ein Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) im Download und bis zu 0,5 Gbit/s im Upload sollen damit in Zukunft möglich sein.

(gep)
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