Jülich: Bald „Leerschwimmbecken“ in Jülich?

Jülich: Bald „Leerschwimmbecken“ in Jülich?

Die Spende der Sparkasse Düren soll nicht in den unendlichen Weiten des Jülicher Haushaltsdefizits untergehen. Das Kreditinstitut hat 2,1 Millionen Euro locker gemacht, die unter allen Kreiskommunen aufgeteilt werden. 300.000 Euro entfallen auf Jülich. Bürgermeister Heinrich Stommel hatte am Montag seine Sicht dargelegt: Die Spende aus dem Programm „Kinder.Lachen.Lernen“ soll 1:1 in den Haushalt 2014 einfließen.

So soll dafür gesorgt werden, dass die Angebote für Kinder und Jugendliche bestehen bleiben, ohne die Steuern noch stärker zu erhöhen. Da macht die Politik nicht mit, wie von mehreren Fraktionen im Ausschuss für Familie, Jugend, Schule und Sport zu hören war. Gleichzeitig ließ das Gremium erkennen, dass eine 160.000 Euro teure Sanierung des Lehrschwimmbeckens Koslar derzeit nicht gewünscht ist.

Langfristig könnte es also eher zu „Leerschwimmbecken“ kommen, denn das Bad in Koslar ist außer Betrieb, weil die Wasserfilterung defekt ist, und soll es bleiben. Das zweite städtische Schulschwimmbad in Welldorf aber läuft, obwohl die technischen „Prognosen“ eher pessimistisch ausfallen. Von daher hatte ein Gutachter empfohlen, Geld grundsätzlich besser in den Standort Koslar zu stecken.

Lambert Schmitz begründete für die CDU, warum es in den anstehenden Beratungen des Nachtragshaushaltes wohl kein Geld geben wird: „Natürlich ist Schwimmunterricht wichtig. Aber derzeit funktioniert es, und es gibt keine Not, Koslar zu sanieren.“

Ob die Lehrschwimmbecken mittelfristig bei sinkenden Schülerzahlen überhaupt notwendig seien, „stellen wir dahin“. Unterstützung fand Schmitz bei Dr. Lutz Baumgarten (Grüne): „Der Schwimmunterricht ist in Welldorf sichergestellt.“ Baumgarten mutmaßte, die Stadtverwaltung habe einen „Goldschatz“ gefunden, denn „aus dem Nichts“ seien im Nachtragsetat 160.000 Euro für die Sanierung des Koslarer Bades „aufgetaucht“.

Dezernentin Katarina Esser warnte indes: „Man muss bedenken, dass Welldorf von einem auf den anderen Tag nicht zur Verfügung stehen kann.“ Der Fachausschuss hat zu den Lehrschwimmbecken — wie zu fast allen anderen Themen — mit Blick auf die anstehenden Haushaltsberatungen keine Entscheidung getroffen, aber deutliche Fingerzeige gegeben.

Das gilt auch für die Debatte über die Verwendung der Sparkassen-Spende „Kinder.Lachen.Lernen“. Mit Blick auf das Defizit von über 15 Millionen Euro kommentierte Lambert Schmitz (CDU) bissig: „Kein Kind lacht, wenn das Geld in einem schwarzen Loch verschwindet. Damit retten wir keinen Haushalt bis 2023.“ Auch hier herrschte weitgehend Einigkeit über die Parteigrenzen hinweg. Helma Dürholz (SPD) pflichtete dem bei, die Grünen ebenfalls, haben aber noch Fragen.

Grundsätzlich liegt ein Antrag der Union auf dem Tisch, der eine Verwendung der 300.000 Euro schweren Spende zugunsten von Vereinen und Institutionen vorsieht, die Kinder- und Jugendarbeit betreiben.

Im Rahmen eines Ideenwettbewerbes, über den eine Jury mit Mitgliedern aus allen Parteien entscheidet, sollen Projekte und Vorhaben eingereicht werden. Das könnte zum Beispiel auch ein Mädchen-Projekt des Vereins „Frauen helfen Frauen“ sein. Marco Johnen (CDU): „Wir wollen endlich den Vereinen und Einrichtungen wieder etwas geben, die mussten jetzt lange zurückstecken.“

Ob dieser Wettbewerb gestartet wird und wie mit der Spende letztlich umgegangen wird, entscheidet sich in den Etatberatungen, die übernächste Woche vorgesehen sind.