Jackerath: Autobahn-Dorf: Jackerath stellt sich neu auf

Jackerath: Autobahn-Dorf: Jackerath stellt sich neu auf

Hinter der Titzer Ortschaft Jackerath hört der Kreis Düren auf - im wahrsten Sinne des Wortes. Denn Jackerath ist das nördlichste Dorf im Kreisgebiet, es soll nun im Rahmen eines Dorfentwicklungskonzeptes in Schuss gebracht werden.

So steht es in einer Beschlussvorlage, die heute Abend ab 19 Uhr im Bürgersaal des Titzer Rathauses zur Abstimmung steht. Der Ort rückt in den Mittelpunkt des Interesses von Planern und Stadtentwicklern. Dabei vergeht fast kein Tag, an dem nicht das „Jackerather Kreuz“ in den Verkehrsnachrichten erwähnt wird. „Es ist eine Ortschaft, die vor besonderen Herausforderungen steht“, sagt der Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen.

Und verweist zum einen auf den Tagebau Garzweiler, der direkt vor der Tür liegt und das Umland noch viele Jahrzehnte prägen wird. Hinzu kommt das bereits erwähnte Jackerather Kreuz, das täglich von tausenden Autos befahren wird. Denn es verbindet die viel befahrenen Autobahnen A 44 und A 61 und ist damit auch das „Herzstück“ im nördlichsten Verkehrswegenetz.

Schon seit Monaten werden in der Titzer Verwaltung Gespräche geführt zwischen den dortigen Entscheidungsträgern, dem Jackerather Ortsvorsteher Artur Faulhammer und den interessierten Bürgern, die in Vereinen und Einrichtungen des Dorfes aktiv sind. Tenor: Die Erstellung eines Dorfentwicklungskonzepts wird positiv zur Kenntnis genommen - „unter Beteiligung der interessierten Bürger“, betont Faulhammer.

Erfreulich ist, und dies wird seitens der Initiatoren besonders erwähnt, die Teilnahme des Tagebaubetreibers RWE Power an den bisherigen Gesprächen, in denen dieser keinen Zweifel ließ, dass man sich engagieren wird, „schließlich ist er maßgeblich an den Veränderungen der Lebensbedingungen in Jackerath beteiligt“, wie es in der Vorlage heißt. Hervorgehoben wird, „dass RWE Power in der Vergangenheit durch aktive Nachbarschaftshilfe bereits Engagement für den Ort gezeigt hat“.

Dass es wichtig ist, dass sich die Bürger intensiv an den Gesprächen und den nachfolgenden Planungen beteiligen, wird betont. Der spätere „Masterplan“ soll ihre Erkenntnisse für den Ort aufgreifen sowie ökonomische, ökologische, aber auch soziale und kulturelle Aspekte zur Verbesserung der Lebensbedingungen aufzeigen.

Die Planungskosten werden auf 30.000 Euro geschätzt. Davon wird die Gemeinde vielleicht 20 Prozent tragen. Die Bezirksregierung Köln wird 40 bis 50, RWE Power 40 Prozent übernehmen. Wie ein Masterplan aussehen kann, wie die Umsetzung erfolgt, werden heute Vertreter der Gemeinde Jüchen erläutern, wo ein ähnliches Dorfentwicklungskonzept erfolgreich umgesetzt wurde.

(hfs.)