Jülich: Ausverkaufte Trunksitzung im Jülicher Kulturbahnhof

Jülich: Ausverkaufte Trunksitzung im Jülicher Kulturbahnhof

Eine Petzerei mit Folgen: „Alle tanzen und singen — nur dä do“, Gitarrist Detlev Keil zeigt mit dem nackten Finger in die blauweiß wogende Menge im Kulturbahnhof (KuBa). Nicht mitmachen geht gar nicht! Das wird mit sofortigem Bühnenauftritt bestraft — zumindest bei der Café Cholera Karnevalsgesellschaft (CCKG).

Dafür durfte der Narr aus Rödingen nach absolvierter karnevalistischer Nachhilfestunde durch die CCKG-Präsidenten Mock und Fuchs einen Orden mit nach Hause nehmen.

Es ist halt immer alles „live und in Farbe“ bei der Trunksitzung und die Farben sind blau-weiß, weil nur das die „echten Karnevalisten“ tragen. Einer, der es wissen muss, präsentierte die gleichlautende CCKG-Hymne der Session 2012/13: Bernd Pflaumen Flücken kam trotz Blinddarmreizung und unter Medikamenten auf die Bühne. Präsident Axel Fuchs: „Darauf ein dreifaches Antibiotika…“ — Menge: „…Alaaf“.

Fast überraschender war, dass der KuBa-Barde mit Wasser — pur, ohne Hopfen und Malz — anstieß. Neben Wasser servierte die KG durch die Butlers das Lebenselixier Bier, Fuss & Friends reichten nach einer Heino-Persiflage eisgekühlten Bommerlunder und Schinkenbrot, und Präsident Mock hätte Kuchen da gehabt, hätte er gewusst, dass so viele kommen würden.

Neuigkeiten ausgetauscht

Wie stets im Familienkreis werden auch Neuigkeiten ausgetauscht — wahre und solche, die gerne wahr sein könnten. So erfuhr die CCKG-Gemeinde, dass der im Sommer zu erwartende Nachwuchs im Präsidentenhause Mock weiblich sei wird. Außerdem wurde zweimal „Happy Birthday“ gesungen: Angi Wittfeld ließ sich hierzu auf die Bühne bitten.

Sie wird in Kürze gen USA aufbrechen, war zu hören, und nimmt dann als Gastgeschenk für Bruder Marcel einen CCKG-Orden mit — und die Ankündigung, dass „Les 6 Kölsch 1 Cola“ Marcels Einladung annähmen und demnächst ihre neue CD in seinem Tonstudio einspielen würden. Zweites Geburtstagskind des Abends: der schwer verliebte Gardemajor Felix Windels.

Für das Geschenk hatten die Aktiven der CCKG zusammengelegt und spendierten ihm ein Doppelzimmer im Kaiserhof, um pünktlich am nächsten Tag zur Jahreshauptversammlung des Lazarus Strohmanus vor Ort zu sein. Indiskret… nein! Allseits verstanden als charmante Geste und Dankeschön an einen engagierten CCKubaner.

Dem „Nachwuchs“ eine Chance

Im Establishment gut angekommen, im 27. Jahr eingereiht in die etablierten alteingesessenen Jülicher Karnevalsgesellschaften, gibt die CCKG inzwischen selbst dem Nachwuchs eine Chance. Die gerade vier Jahre alte KG Herzogstädter zog mit ihrer Garde auf die Bühne, und eine Brise Tradition blies überraschend die Segel des Trunk-Narrrenschiffs auf. Herrlicher Kontrapunkt: Zu Alt-Toten-Hosen-Stücken pogten die CCKG-Spitzen Musiker wie Präsidenten ihre Punk-Vergangenheit zurück in die Gegenwart, frei nach deren letzten Hit: Da „wünsch ich mir Unendlichkeit“…

Mehr von Aachener Nachrichten