Linnich: Ausschuss für Stadtentwicklung empfiehlt Errichtung von Windkraftanlagen

Linnich: Ausschuss für Stadtentwicklung empfiehlt Errichtung von Windkraftanlagen

Die Pflöcke sind eingerammt. Die geplanten Windkraftanlagen in den drei festgelegten Konzentrationszonen im Linnicher Stadtgebiet haben eine entscheidende Hürde genommen. In einer mehrstündigen Sitzung stimmte der Ausschuss für Stadtentwicklung nach der Beratung der Stellungnahmen während der frühzeitigen Beteiligung sowohl der Änderung des Flächennutzungsplans als auch der Aufstellung des Bebauungsplans empfehlend zu.

Die Entscheidung obliegt dem Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag.

Die wesentlichste Änderung gegenüber der Planung, die letztlich zur Gründung er Bürgerinitiative Hottorf führt, betrifft die Höhe der Windkraftanlagen. Die „Monsterwindräder“ mit einer Höhe von 200 Meter bis zur Rotorspitze sollen nicht gebaut werden. In der Planung sind nunmehr zwei nicht ganz so mächtige Anlagentypen: Repower 3.2M 114 mit einer Gesamthöhe von 180 Metern und Enercon E-92 mit einer Gesamthöhe von 184,4 Metern. Vom Enercon-Typ sind fünf Anlage geplant, von Repower-Typ elf Anlagen.

Wäre es nach dem Willen der CDU gegangen, hätte die Beratung des weit über 200 Seiten starken Pakets an Stellungnahmen an diesem Abend nicht stattgefunden. Wilfried Meisen hatte eben wegen der Materialfülle und des späten Zugangs — „weniger als 10 Tage vor der Sitzung“ — Vertagung nach den Sommerferien beantragt. Außer der FDP stimmte die übrigen Fraktionen gegen diesen Antrag. Die Bürgerinitiative hatte im Vorfeld ebenfalls dringend eine Vertagung empfohlen.

CDU und FDP lehnten in der Sitzung bis auf wenige Ausnahmen geschlossen die Abwägung von Verwaltung und Planungsbüro von der Heide (VDH) vor allem in Bezug auf die Eingaben der Bürgerinitiative und von Bürgern ab. Auch im Gesamtempfehlungsbeschluss blieben CDU und FDP bei ihrem Nein. Zwei Punkte, die an diesem Abend offen blieben, sollen zur Ratssitzung geklärt und nachgereicht werden. Es geht einmal um die Frage, ob die Stadt rechtlich die Möglichkeit hat, die Höhe der Anlagen selbst zu bestimmen und auf 150 Meter zu begrenzen. Das war eine Kernforderung der BI Hottorf. Zum anderen sollen zwei OVG-Urteile aus Lüneburg und Münster nachgereicht werden, die in einer Bürgereingabe erwähnt wurden.

Wie Dipl.-Ing. Jan Schmidt, zuständiger VDH-Sachbearbeiter, auf Nachfrage bestätigte, ist zwischenzeitliche ein neues Schallgutachten erstellt worden. Im ersten waren Schallemission der Ruricher Anlagen übernommen und auf die für Körrenzig-Kofferen-Hottorf übertragen worden. Diese Werte lagen aber über denen, die nun aufgrund von Messberichten ermittelt worden seien, so Schmidt.

Dass im Übrigen kein weiteres, von der BI gewünschtes unabhängiges Schallgutachten eingeholt wurde, fand eine simple Erklärung: Keine Ratsfraktion hatte diesen Antrag gestellt.

(ojo)
Mehr von Aachener Nachrichten