Jülich: Aus Fehlern gelernt: Baugebiet „An der Ölmühle” wird umgeschneidert

Jülich: Aus Fehlern gelernt: Baugebiet „An der Ölmühle” wird umgeschneidert

Noch ist kein einziger Kubikmeter Boden bewegt, noch kein Stein gesetzt worden im rund 20.000 Quadratmeter großen Baugebiet „An der Ölmühle” im Südwesten von Jülich. Und das, obwohl der Bebauungsplan schon seit Januar 2005 Rechtskraft hat. Grund: Die planungsrechtlichen Festsetzungen ignorieren förmlich die Wünsche von Bauinteressenten.

Jetzt gibt es einen neuen Aufstellungsbeschluss, der dazu führt, dass frühestens im Sommer 2011 der erste Bagger anrollen kann.

Negativbeispiel Lindenallee

„Wenn alles glatt geht”, sagt Frank Drewes, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG), die als städtisches Tochterunternehmen Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung und den Bereich Bauen und Wohnen vorantreiben soll.

„Das Baugebiet Lindenallee hatte für uns einen Lerneffekt”, sagt Drewes. Dort, wo laut Werbung „die Sonne aufgeht”, ging sie für die SEG nur „unter”. Die Grundstücke sind schwer zu vermarkten. Die baurechtlichen Vorgaben widersprechen oft den Wünschen der Bauwilligen. Bis jetzt sind noch gut 15 Grundstücke nicht verkauft.

„Wir haben gemerkt, dass mit den planungsrechtlichen Festsetzungen ein zielgerichtetes Vermarktungskonzept nicht umgesetzt werden kann.” Drewes bekennt offen, dass auch bei der Aufstellung des Bebauungsplans „An der Ölmühle” an den Wünschen von Bauinteressenten vorbei geplant wurde.

Zudem, so der SEG-Geschäftsführer, habe sich auch im Bausektor ein Wandel ergeben. Das hätten die Jülicher Planer schon bei der Aufstellung wissen müssen. Denn auch um die Jahrtausendwende - das Planungsverfahren begann im Jahre 1998 - gab es den Wunsch, einen Bungalow zu bauen, wollten Bauinteressenten eine volle zweigeschossige Bauweise.

Doch angesichts der technischen Vorgaben - die minimale Traufhöhe beträgt 3,50 Meter, die maximale 4,50 Meter, die minimale Firsthöhe ist mit 9,90 Meter angegeben - bestanden Auflagen, die Bungalow-Wünschen oder der vollen Zweigeschossigkeit widersprachen. Auch waren die vorgegebenen Dachneigungswinkel zwischen 38 und 42 Grad nicht einzuhalten.

„Die technischen Hintergründe waren schlecht”, äußert sich Drewes vorsichtig. So wurde unlängst ein neuer Aufstellungsbeschluss gefasst, der den ersten Baubeginn um mindestens ein Jahr verzögert. Aber dafür wird, so die SEG, ein Baugebiet angeboten, das voll den Vorstellungen neuer Eigenheimbesitzer entspricht.

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