Achtelfinale Kreispokal: Aus der Traum von Schophovens Pokalsensation

Achtelfinale Kreispokal : Aus der Traum von Schophovens Pokalsensation

Trotz hoher Motivation unterliegt der FC Victoria Pier-Schophoven der Borussia Freialdenhoven im Achtelfinale des Kreispokals mit 1:9. Dafür tummelten sich rund 200 Gäste zu diesem Highlight-Spiel auf dem heimischen Platz.

Als bekannt wurde, dass dem FC Victoria Pier-Schophoven im Achtelfinale des Kreispokals Borussia Freialdenhoven zugelost worden war, kannte die an Euphorie grenzende Freude im 950-Seelen-Dorf kaum Grenzen. Für den Mittelrheinligisten aus Freialdenhoven sollte die Partie am Mittwochabend nicht mehr als eine Pflichtaufgabe auf dem Weg ins Viertelfinale sein.

Für die ansonsten in der Kreisliga C spielende Heimmannschaft sollte es ein „Jahrhundertspiel“ werden, schließlich war noch nie zuvor ein Fünftligist zu einem Pflichtspiel im Ruraue-Stadion angetreten. Das enorme Zuschauerinteresse war lange vor Spielbeginn an den knapp werdenden Parkplätzen zu erkennen. „Normalerweise verlieren sich bei den Ligaspielen etwa 30 Fußballfans auf den Rängen“, verriet der Victoria-Vorsitzende Ludwig Schmitz und ergänzte mit einem strahlenden Lächeln, „heute haben wir sicher 200 Leute hier.“

„Bei allem Respekt den Pierern gegenüber, wenn alles normal läuft, werden wir das Spiel klar gewinnen“, zeigte sich Borussen-Coach Winfried Hannes vor dem Anpfiff zuversichtlich. Seine einzige Sorge war angesichts der aktuell langen Verletztenliste im Kader, keine weiteren Ausfälle beklagen zu müssen.

Bis in die Haarspitzen motiviert zeigten sich die Kicker des FC Victoria Pier-Schophoven kurz vor ihrem „Jahrhundertspiel“. Foto: Guenter Jagodzinska / Max Jago

In der Kabine von Pier-Schophoven war zunächst eine angespannte konzentrierte Stimmung zu verspüren. Das Team war hoch motiviert, als Trainer Witchi Bergstreisser an die taktischen Anweisungen erinnerte. Immer mit nach hinten zu arbeiten, möglichst die Angreifer zu doppeln und Flanken zu verhindern, lautete der Torverhinderungsplan.

Keine Angst zu haben und nach vorne Nadelstiche zu setzen, sollte in der Offensive den Erfolg bringen. „Jungs, haut alles rein, bleibt in jeder Situation positiv. Dann können wir nur als Sieger vom Platz gehen, egal wie es ausgeht“, motivierte der Trainer seine Jungs beim Start in das sportliche Abenteuer.

Der Victoria-Match-Plan lautete, die Partie so lange wie möglich offenzuhalten. Dies gelang gegen die überfallartig angreifende Borussia bis zur 5. Minute, in der der Ball das erste Mal im Kasten der Schophovener landete. Im weiteren Verlauf nutzte das Hannes-Team seine Chancen effektiv, nach einer Viertelstunde hieß es bereits 0:3.

Die frühe Entscheidung trug offensichtlich dazu bei, dass die weiterhin aufopferungsvoll kämpfende unterklassige Mannschaft nie übermotiviert auftrat und sich sportlich äußerst fair zeigte. Ihre stärkste Phase hatten die Victorianer von der 20. bis 30. Minute, in der der Freialdenhovener Schlußmann zwei Mal sein ganzes Können aufbieten musste, um Treffer zu verhindern. Riesenjubel dann in der 38. Minute, als Schophoven nach einem feinen Konter das 1:4 erzielte. Mit dem zwei Minuten später erzielten Gästetor zum 1:5 war die erhoffte Aufholjagd jedoch schnell beendet. Am Ende siegte Borussia Freialdenhoven standesgemäß mit 9:1, die Anzeigetafel im Ruraue-Stadion hätte mehr auch nicht hergeben können. Trotz der Niederlage gab es für den Gastgeber nur Komplimente. Einerseits wurden die ausgezeichnet hergerichtete Sportanlage und die Organisation hervorgehoben, des weiteren lobten selbst die Gäste und der souverän leitende Schiedsrichter Yannick von Lewinski den „überraschend starken und fairen Auftritt“ der Victoria.

(jago)
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