Linnich: Auftritt von „Los Masis“ im Grundschulverbund kommt sehr gut an

Linnich : Auftritt von „Los Masis“ im Grundschulverbund kommt sehr gut an

„Das wird meine neue Lieblingsband!” Mit diesem Ausspruch machte der Zweitklässler Jan deutlich, dass ihm die Klänge der bolivianischen Musikgruppe „Los Masis” sehr gut gefallen. Der Name der sechs Mitglieder entstammt der indigenen Sprache „Ketschua” und bedeutet auf Deutsch „Die Freunde”.

Die Band gastierte auf Einladung des Kollegiums des Grundschulverbundes in Linnich. Auf ihrer Projektreise anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens wird sie vom Verein „Bolivien-Brücke“ in der Region unterstützt. Wie wichtig den Musikern der Gedanke der Gemeinschaft der Menschen auf beiderseits des Atlantiks ist, bringen sie im Titel des Konzertes zum Ausdruck: „Ch‘allarikuna — Lasst uns gemeinsam feiern“.

Nachdem die Bolivianer in ihrer traditionellen Kleidung von der Schülerin Alicia auf Spanisch und von Schulleiterin Susanne Kösters begrüßt worden waren, stellten sie in der Sporthalle ihre Lieder der Anden vor. Der Funke sprang von Anfang an über, so dass die Grundschulkinder eifrig mitklatschten, vorgesungene Liedrufe lautstark wiederholten und sich zu den verschiedenen Rhythmen bewegten. Als besondere Ehre empfanden es zwei Lehrerinnen, dass sie auf Geige und Querflöte mit den Gästen musizieren durften.

„Los Masis“ widmen seit ihrer Gründung 1969 in wechselnden Besetzungen der Erhaltung und Entwicklung des kulturellen Erbes Boliviens in Form von Musik, Gesang und Tanz. Ein wichtiger Teil ist hierbei die ethnomusikalische Forschungsarbeit, um besonders die indigene Tradition in ihren vielfältigen Ausdrucksformen zu würdigen, zu bewahren und weiterzutragen.

Seit den 70er Jahren betreiben „Los Masis“ in der bolivianischen Stadt Sucre zudem ein Kulturzentrum, das „Centro Cultural Masis“, wo sie als Lehrer durch künstlerische Angebote, Hausaufgabenbetreuung und psychologische Beratung Kinder und Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützen und eine familiäre Gemeinschaft erfahren lassen. Durch die Förderung von schöpferischen Fähigkeiten und Talenten wird Tendenzen von Sucht, Kriminalität und sozialer Verwahrlosung vorgebeugt.

Um dieses Projekt zu finanzieren, besuchen „Los Masis“ als Musikensemble viele Orte in europäischen Ländern und sammeln Spenden, indem sie Menschen auf eine Reise in ihre Kultur mitnehmen und diesen ihre wichtige soziale Arbeit vorstellen. Vor dem Konzert hatten zudem einige Klassen die Möglichkeit, an Workshops teilzunehmen, in denen die Musiker auf zugewandte Weise den Mädchen und Jungen die traditionellen Rhythmen nahebrachten. Den Kindern wurden Instrumente wie Charangos, Flöten und Schlagwerk vorgestellt, so dass sie sowohl die diversen Klangfarben, als auch die Bezeichnungen auf Ketschua und auf Spanisch kennenlernten.

Roberto Sahonero, der Gründer und Leiter von „Los Masis“, sensibilisierte die Kinder für die Kraft der Musik, indem sie mit geschlossenen Augen und mit nach oben geöffneten Handflächen, die auf den Oberschenkeln ruhten, vorgegebene Rhythmen in sich aufnehmen sollten.

Vom Konzert und der interessanten „Arbeit“ in der Workshops zeigten sich wie Zweitklässler Jan die großen und kleinen Teilnehmer begeistert. Ihnen werden die damit verbundenen Eindrücke und die Begegnung mit den Musikern aus dem weit entfernten Bolivien im Gedächtnis bleiben. Schließlich verabschiedete Schulleiterin Kösters „Los Masis“ mit einer Spende aus Beiträgen von Kindern, Eltern und der Schule mit guten Wünschen für alle Menschen im Centro Cultural in Sucre.

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