Jülich: Auf der Suche nach neuen Orchideen: Neue Saison der Pflanzen-Jäger

Jülich: Auf der Suche nach neuen Orchideen: Neue Saison der Pflanzen-Jäger

Sie sind wieder auf der Pirsch: Alwin Reiche und Robert Mohl streifen durch Jülich und angrenzende Bereiche, um nach heimischen Orchideen Ausschau zu halten. Nach der ersten Kartierungswelle im vergangenen Jahr (wir berichteten) mit rund 700 Exemplaren, die vier Orchideen-Arten zugeordnet wurden, solle in der laufenden zweiten Phase weitere weiße Flecken auf der botanischen Landkarte farbig werden.

Unter anderem werden Reiche und Landschaftswart Mohl nach der Bienen-Ragwurz Ausschau halten. Die war im vergangenen Jahr zwar schon gemeldet worden, ließ sich aber nicht mehr ausfindig machen.

Die Orchideen-Sucher Robert Mohl (l.) und Alwin Reiche wurden im vergangenen Jahr in der gesamten Jülicher Innenstadt fündig.

Die beiden Orchideen-Sucher gehen nicht einfach drauf los, sondern arbeiten das Jülicher Land sozusagen systematisch ab. „In diesem Jahr haben wir uns neue Schwerpunkte gesetzt“, sagt Reiche. Der ausgebildete Naturführer will, soweit es die Gesundheit zulässt, gemeinsam mit dem Landschaftswart Robert Mohl unter anderem die Jülicher Friedhöfe untersuchen. „Das sind ideale Plätze, um Orchideen zu finden.“

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Aber das Plangebiet ist weit größer. Stetternich, Welldorf-Güsten, Broich, der Stetternicher Forst samt Forschungszentrum — das ist eine Menge Gegend, in der sich die eher unscheinbaren heimischen Orchideen-Arten verstecken können.

Zweiblatt

Im vergangenen Jahr ist die Fremdhilfe schon ganz gut angelaufen. Reiche und Mohl hoffen, dass diese Unterstützung von aufmerksamen Hobby-Botanikern in diesem Jahr ebenfalls zu einem nicht unerheblichen Faktor wird. Schließlich können die zwei Sucher nicht überall sein, und ein paar Augen mehr erhöhen fraglos die Trefferquote.

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Für das Kleine Knabenkraut, eine leuchtend purpur blühende Orchidee, ist die „Jagdsaison“ fast schon vorbei. Das Kraut blüht Mitte bis Ende April. Allerdings könnte der milde Winter und der „frühe“ Frühling die Blüte zeitlich sogar noch etwas vorverlegt haben.

Übersehene und Späte

Anfang Mai ist die hohe Zeit des Großen Zweiblatts. Die 20 bis 40 Zentimeter große Orchidee gibt sich unscheinbar — nämlich nur grün. Auch die Blütezeit des Manns-Knabenkrauts dürfte sich dem Ende neigen. Auch diese Orchidee trägt eine leuchtend purpurfarbene Blüte. Das Übersehene Knabenkraut und das Späte Übersehene Knabenkraut lassen sich hingegen noch ein bisschen Zeit. Ersteres blüht normalerweise Anfang bis Mitte Juni, das „Späte“ eben etwas später, nämlich Ende Juni.

Wer einen Orchideenstandort zu dem Orchideenkataster melden möchte, kann sich an die beiden Orchideenfreunde wenden. Alwin Reiche erreicht man per E-Mail: alwinreiche@web.de oder telefonisch unter Telefon 02461/6869661. Robert Mohl ist zu erreichen per E-Mail: robert-mohl@t-online.de, Telefon 02461-50645.

(ojo)
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