Jülich/Aachen: Atom-Müll II: Jülicher Castoren bleiben vorerst im Zwischenlager

Jülich/Aachen: Atom-Müll II: Jülicher Castoren bleiben vorerst im Zwischenlager

152 Castorbehälter mit stark strahlendem radioaktivem Müll sollen bis zu drei Jahre länger im Zwischenlager des Forschungszentrums (FZJ) aufbewahrt werden können. Der Aufsichtsrat des FZJ beschloss am Mittwoch, eine Verlängerung der Aufbewahrungsgenehmigung bis zum 30. Juni 2016 zu beantragen.

Ursprünglich war geplant, die Castoren mit den stark strahlenden Brennelementen des AVR-Forschungsreaktors bis Juli 2013 von Jülich nach Ahaus zu transportieren. Dann nämlich endet die Genehmigung, den radioaktiven Müll auf dem Gelände des Forschungszentrums in Jülich zu lagern. Inzwischen steht aber fest, dass dieser Termin nicht eingehalten werden kann, da es immer noch keine Genehmigung für den Transport und die Einlagerung des Mülls in Ahaus gibt.

Um eine illegale Lagerung mit strafrechtlichen Konsequenzen zu vermeiden, war der Aufsichtsrat des Forschungszentrums nun in Zugzwang: Er musste die Verlängerung der Aufbewahrungsgenehmigung beantragen.

Des weiteren beschloss der Aufsichtsrat, den Neubau eines Zwischenlagers in Jülich zu prüfen. Allen voran die Grünen in Land und Bund sehen darin den Anfang vom Ende der geplanten Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus. "Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, um diese überflüssigen Transporte quer durch NRW zu vermeiden", sagte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer aus Düren. Der Bund müsse nun ein klares Zeichen setzen, dass er sich für den Verbleib der Castoren in Jülich einsetze, bis ein Endlager gefunden sei.

Dieser Darstellung widersprachen am Mittwoch sowohl das Forschungszentrum als auch die CDU im Bund. "Der Beschluss, die Brennelemente nach Ahaus zu transportieren, bleibt gültig", sagten sowohl Sprecher des Forschungszentrums als auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Rachel aus Düren.

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