1. Lokales
  2. Jülich

Bartholdy-Streichquintett in der Schlosskapelle: Anspruchsvolles Programm mit Beethoven, Brahms und Dean

Bartholdy-Streichquintett in der Schlosskapelle : Anspruchsvolles Programm mit Beethoven, Brahms und Dean

Fünf erstklassige Streicher fanden sich zusammen, um in einem festen Ensemble die wertvollen Werke der Kammermusik in Konzerten aufzuführen.

Anke Dill und Ulf Schneider an der Violine, Gustav Rivinius am Violoncello, Volker Jacobsen und Barbara Westphal an der Viola hatten ein interessantes Programm zusammengestellt, das sie jetzt in der Jülicher Schlosskapelle zu Gehör brachten.

In einer Bearbeitung des frühen Klaviertrios c-moll op. 1 Nr. 3 von Ludwig van Beethoven, die der Komponist selbst vornahm, wurde dieses Werk als Quintett aufgeführt. Mit seinem prägnanten, motivisch konstruierten Hauptthema, das erst nach zehn Takten erklingt, wird schon die Dichte der Thematik des Düsteren, tragisch Wilden deutlich.

Die Streicher agierten bei diesem Satz mit großer Dynamik, kraftvoll und eindringlich, so dass die thematische Intention deutlich zu erkennen war. Den Andante Variationen mit ihrem liedhaft schlichten Thema hätte eine feinere Abstimmung und zarte Interpretation gutgetan. Perfekt war im letzten Satz die Dimension des Wilden mit großer Ausdrucksstärke herausgearbeitet.

Das Streichquintett Nr. 2 G-Dur, op. 111 von Johannes Brahms wurde mit großer Sensibilität dargeboten. Das voluminöse Werk von fast orchestralem Klang lebte von den großartig singenden Streichinstrumenten, von feinsten Abstufungen und dem perfekten Zusammenspiel der Musiker.

Experimentierfreudig zeigte sich das Ensemble mit der Aufführung zeitgenössischer Musik. „Epitaphs“ für ein Streichquintett des Australischen Komponisten Brett Dean stellte höchste Anforderungen an die Musiker, verlangte aber auch höchste Aufmerksamkeit von den Zuhörern. Die „Epitaphs“, „Grabinschriften“, sind eine Hommage an fünf verstorbene Künstlerfreunde des Komponisten, denen jeweils ein Satz gewidmet ist. Die Sätze haben durchaus einen eigenen Charakter. Sphärische Klänge, dynamisch sich steigernde Töne der Natur nachempfunden, Didgeridoo-Klänge, gekonnt vom Cello nachempfunden, schwirrende Streicherklänge in den Violinen und Bratschen, feierliche Orgelimpressionen boten ein breites Spektrum des Musikerlebens. Für Interpretationen blieb ein weiter Raum.

Das Bartholdy-Streichquintett bot einen interessanten und gehaltvollen Abend, anspruchsvolle Werke und eine großartige künstlerische Leistung. Großer Applaus war den Künstlern sicher.

(hivi)