Anneliese Busse stellt „Erlaube dir, ganz du selbst zu sein“ vor

Jülicher Stadtbücherei : Anneliese Busse liest aus „Erlaube dir, ganz du selbst zu sein“

Die Jülicher Frauenärztin Anneliese Busse hat jetzt in der Jülicher Stadtbücherei aus ihrem Buch „Erlaube dir, ganz du selbst zu sein“ gelesen – ein Ratgeber nicht nur für Frauen.

Seit 2002 behandelt und berät die Gynäkologin und Expertin für Naturheilkunde Anneliese Busse Patientinnen in Ihrer Praxis in der Galeria Juliacum. Unterstützt durch Elemente der traditionellen chinesischen Medizin und Naturheilkunde, legt sie Wert auf eine „ganzheitliche Frauengesundheit“.

Das beinhaltet eine nicht nur den Körper, sondern auch „den Geist und das Bewusstsein“ umfassende Behandlung. „Spiritualität und immaterielle Aspekte sind Elemente meiner Betreuung, das was den Menschen zum Menschen macht“, beschrieb Busse ihren therapeutischen Ansatz. Den Einstieg in die Praxis Busse bildet für neue Patientinnen oft noch die Schulmedizin. „Dann geht die Kiste auf und die anderen Aspekte kommen ans Licht“, erklärte die studierte Medizinerin, die in ihrer Praxis auch Akupunktur-Sitzungen anbietet.

Inspiriert sowohl durch ihre Erfahrungen als Ärztin als auch durch private Erlebnisse, fasste sie nun vor vier Jahren den Entschluss, einen Ratgeber für ein „authentisches und selbstbestimmtes Leben“ zu verfassen. Bereits der Titel „Erlaube dir, ganz du selbst zu sein“ ist ein Bezug auf Busses täglichen Umgang mit Patientinnen, bei dem sie diesen oder ähnliche Eröffnungssätze in ihren individuellen Beratungsgesprächen verwendet. Der Untertitel „...und das Unmögliche für möglich zu halten“, auf Anraten ihrer Tochter hinzugefügt, entspricht „ihrem optimistischen Charakter“, sagte Busse.

Ihre Buchvorstellung begann die gebürtige Aachenerin mit der Anregung, eine kurze Meditation durchzuführen. Unter ihrer Anleitung schlossen ihre Zuhörer für mehrere Minuten die Augen, atmeten tief und gleichmäßig und sollten sich an ein besonders freudiges Ereignis in ihrem Lebens erinnern.

„Die Freude am Sein“

Die Gefühle und Eindrücke während dieser kurzen Meditation schrieben sie anschließend auf speziell bereit gelegte Kärtchen. „Versuchen Sie, die Freude abzuzweigen, im Alltag hervorzuholen und als Anker zu benutzen“, erklärte Busse den Nutzen dieser kleinen Übung und gab damit bereits einen Einblick, worum es in ihrem Ratgeber geht. Es ist ein Appell, den kleinen und größeren Schwierigkeiten des Lebens mit Optimismus zu begegnen, innere Gelassenheit zu entwickeln und „die Freude am Sein zu empfinden“.

In ihrem Ratgeber vereint Busse Alltagsbeispiele und naturwissenschaftliche Aspekte mit einem spirituellen Ansatz, um den Lesern einen Weg hinaus aus ihren „programmierten Verhaltensmustern“ zu weisen, hin zu einer „inneren Ausgewogenheit und Ganzheit“. Zur Anschauung hielt Busse das aus dem fernöstlichen Kulturkreis bekannte Yin-Yang-Symbol den Zuhörern hoch. In der Chinesischen Philosophie ist es das Zeichen für Vollständigkeit, zu gleichen Anteilen bestehend aus zwei diametral entgegengesetzten Elementen.

Das dunkle Yin symbolisiert einer weit verbreiteten Auffassung nach weibliche Energie und steht dem hellen, männlichen Yang gegenüber. Beiden werden verschiedene, aber sich ergänzende Eigenschaften zugeschrieben. „Jeder von uns, sowohl Frau als auch Mann, tragen Anteile beider Energien in sich“, sagt Busse. Wie die weiblichen und männlichen Persönlichkeitsanteile in Harmonie gebracht werden, darauf legt die Ärztin in ihrem Ratgeber ein Hauptaugenmerk. Das überwiegend weibliche Publikum war sich einig, die im Buch angesprochenen Themen seien „auch etwas für Männer“.

Der Weg zur „ganzheitlichen Medizin“ ebnete sich für die dreifache Mutter bereits sehr früh, als sie als junge Krankenhauspraktikantin und spätere Medizinstudentin Zeugin vieler Schicksalsschläge wurde. Viele Erfahrungen auf der Intensivstation riefen in der jungen Frau „Zweifel an der Welt, Biologie und Religion“ hervor. Mit Anfang zwanzig las Busse mit Begeisterung Bücher über Reinkarnation und Nahtoderfahrung von renommierten Autoren wie Raymond Moody oder Elisabeth Kübler-Ross. „Da war ich wieder zu Hause“, beschreibt die Debütautorin ihren Findungsweg.

Im Anschluss an ihre Buchvorstellung erlebte sie in einem angenehmen Gespräch eine sehr positive Resonanz seitens ihrer Zuhörerschaft. „Erinnern Sie sich an die Freude“, gab sie ihrem Publikum als Schlusswort mit auf den Weg. Die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern spendete Busse der Jülicher Stadtbibliothek.

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