Jülich: Andrea Nahles wirbt für den Strukturwandel

Jülich : Andrea Nahles wirbt für den Strukturwandel

Mit am Rentenpaket hatte SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles quasi nebenbei geschnürt. Sie treibt seit längerem ein anderes ebenso weitreichendes Problem um: der Strukturwandel in den vier Braunkohlenregionen, vor allem in der Lausitz und im Rheinischen Revier.

Am Donnerstag traf sie sich in Jülich mit Bürgermeistern aus der Region, Kommunalpolitikern, Wissenschaftlern und nicht zuletzt Betriebsräten von RWE Power.

Nahles, begleitet vom SPD-Landesvorsitzenden Sebastian Hartmann und dem Kreisvorsitzenden der SPD und Bundestagsabgeordneten Dietmar Nietan. Kam mit einer Botschaft und einem Appell. Es sei oberstes Ziel, beim Ausstieg aus der Braunkohle „gut bezahlte Arbeitsplätze in der Region“ zu erhalten. Ebenso wichtig sei es, „die Wertschöpfung in der Region zu erhalten“, da eine Vielzahl von Industriearbeitsplätzen direkt oder indirekt von einer sicheren Energieversorgung abhängig seien. Unabdingbar sei die Einhaltung der Klimaziele 2030, „die völkerrechtlich bindend sind“. Die Kohleindustrie nahm Nahles in Schutz. Gerade sie habe unter anderem mit Rückbau von Kapazitäten ihren Beitrag zum Erreichen der Klimaziele geleistet.

Ihren Appell richtete sie an alle in der Region, ihren Beitrag zum Strukturwandel zu leisten. Es sei notwendig, über alle Positionen hinweg Ideen, Konzeptionen und Perspektiven zu entwickeln, wie der Strukturwandel im Rheinischen Revier gelingen kann. Wer sich diesem Prozess verweigere, dürfe sich nicht über das Ergebnis beschweren. Eine Idee nahm sie aus Jülich mit: Die von Professor Bernhard Hoffschmidt vorgestellte Nutzung der Kohlekraftwerke als Speicherkraftwerke für regenerative Energien. „Das kann auf Dauer hier eine Modellregion, eine Energieregion werden“, so Nahles.

(ojo)
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