Jülich: Amtsgericht Jülich vereidigt neue Schiedspersonen

Jülich: Amtsgericht Jülich vereidigt neue Schiedspersonen

„Schiedspersonen entlasten die Justiz“. Deshalb weiß Amtsgerichtsdirektor Rainer Harnacke ihre Arbeit zu schätzen. Im Bezirk des Amtsgerichts Jülich schlichten neun Männer und drei Frauen „in der Hauptsache Nachbarstreitigkeiten“.

Weil Lothar Husemann, seit 1998 Schiedsmann in Jülich, ausgeschieden ist, rückte Lydia Chenaux nach. Die selbstständige Umweltberaterin hat als seine Stellvertreterin 15 Jahre lang reichlich Erfahrungen gesammelt. Ihr Stellvertreter heißt fortan Ahmed El Kholy. Der Sicherheitsingenieur im Raffineriebereich wurde von Harnacke vereidigt, Chenauxs Vereidigung wird übertragen.

2013 gab es nach Bekunden Harnackes 60 Schiedsverfahren im Amtsgericht Jülich, davon betrafen zehn die Herzogstadt. Die Zuständigkeit der Schiedspersonen richtet sich nach dem Stadtbezirk, in dem der Verfahrensgegner seinen Wohnsitz hat. Zumeist geht es um „Lärmbelästigung, Grenzhecken oder Parkprobleme. In diesem Jahr hatten wir schon fünf Fälle“, gab Chenaux einen Einblick.

Weitere Beispiele sind Verletzungen der persönlichen Ehre, Privatklagedelikte wie Hausfriedensbruch, Beleidigungen oder Sachbeschädigung. Viele sogenannte „Tür- und Angelfälle“, die sich selten zu einem offiziellen Verfahren entwickeln, löst die Schiedsfrau am Telefon.

„Es macht Spaß“, fasste sie zusammen. Zeitgleich geplant war die Ehrung der vormaligen Schiedsfrau der Gemeinde Titz, Anna Greven, zu ihrem zehnjährigen Jubiläum. Die jetzige Stellvertreterin von Marion Fanter war jedoch wegen einer dringenden familiären Angelegenheit verhindert, die Ehrenurkunde wird ihr auf dem Postweg zugestellt.

(ptj)
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