Amprion: Arbeiten zum "Alegro"-Projekt liegen im Zeitplan

Die deutsche-belgische Strombrücke „Alegro“ : Die Konverterhalle nimmt immer weiter Form an

Am Freitag fuhr ein Betonmischer nach dem anderen die Umspannanlage Oberzier an. An der Großbaustelle für die Gleichstromverbindung „Alegro“ zwischen Deutschland und Belgien stand bis tief in die Nacht zum Samstag die Erstellung der Bodenplatte der 6500 Quadratmeter großen Konverterhalle auf dem Programm.

Der Konverter – ein zweiter entsteht rund 90 Kilometer entfernt im belgischen Lixhe – ist das Herzstück der Strombrücke, in dem Wechselstrom zum besseren Transport in einem Erdkabel in Gleichstrom umgewandelt wird. Rund 1000 Megawatt sollen ab 2020 durch das Kabel fließen. Eine Menge, die ausreicht, um etwa eine Million Menschen mit Strom zu versorgen.

Nach Angaben des Übertragungsnetzbetreibers Amprion laufen die Arbeiten an dem insgesamt rund 550 Millionen Euro teuren Projekt auf deutscher Seite nach Plan. Mehrere Bautrupps sind an unterschiedlichen Stellen der 40 Kilometer langen Strecke auf deutschem Gebiet derzeit gleichzeitig im Einsatz und verlegen Kabelschutzrohre, in die später die Stromkabel eingezogen werden, unter anderem entlang der A4. Fünf Kilometer der Schutzrohranlage sind bereits fertiggestellt, 25 Kilometer befinden sich aktuell im Bau, teilt Amprion-Projektsprecherin Joëlle Bouillon mit.

Der Koordinierungsaufwand für die deutsch-belgische Strombrücke sei enorm, betont Bouillon. „Bevor ein Bagger anrückt, müssen archäologische Untersuchungen und Kampfmittelräumungen abgeschlossen sein, Überbleibsel von Weltkriegsbunkern abgerissen und Zuwegungen geschaffen werden. Außerdem sind Bodenkundler und eine naturschutzfachliche Baubegleitung vor Ort – letztere kümmert sich zum Beispiel mit Vergrämungsmaßnahmen darum, dass keine Vögel auf der künftigen Baustelle brüten.“

An insgesamt 32 Stellen quert die „Alegro“-Trasse Straßen, Gewässer und Wälder in geschlossener Bauweise. Der längste Kabeltunnel verläuft auf einer Länge von 2,8 Kilometern bis zu zwölf Meter tief unter Aachener Gebiet hindurch. Dafür setzt Amprion auf modernste Tunnelbautechnologie: Ein spezieller Bohrer – fünf Meter lang und mit einem Bohrkopf mit über zwei Metern Durchmesser – arbeitet sich durch den Untergrund.

(ja)