Gereonsweiler: Alter US-Fallschirm über WM-Arena in Gereonsweiler gespannt

Gereonsweiler: Alter US-Fallschirm über WM-Arena in Gereonsweiler gespannt

Wer sich der Bürgerhalle an der Töpferstraße in Gereonsweiler nähert, sieht sofort, dass hier Großes im Gange ist: An einem 20 Meter hohen Kran hängt ein ehemaliger Lastenfallschirm der US-Army, der einst im Korea-Krieg eingesetzt worden sein soll. Dann wäre er gut 65 Jahre alt. Mit einem Durchmesser von 35 Metern schützt er die darunter liegende „WM-Arena“ des FC Constantia 09 Gereonsweiler.

Seit 2008 bietet der Fußballverein sehr erfolgreich im zweijährigen Turnus bei Fußball-Weltmeisterschaften und Europameisterschaften sein Public-Viewing für alle Fußball-Fans aus der näheren und weiteren Umgebung an.

„Wir gehören mit zu den größten im Kreis“, sagt Hartmut Mandelartz stolz, Vorsitzender des FC Constantia, der mit seinem Vorstand das Event vor zehn Jahren aus der Taufe gehoben hat, „um Geld für den Verein zu generieren“. Das scheint zu funktionieren, denn Mandelartz erwartet rund 350 Gäste pro Veranstaltungstag. Die brauchen übrigens weder Eintritt zu zahlen noch wird ihnen ein Mindestverzehr abverlangt, sie können sogar attraktive Preise gewinnen, die in der Halbzeitpause verlost werden. Die Lose lassen sich übrigens nicht kaufen, sondern werden mit jedem zehnten Getränk vergeben.

„Von Jahr zu Jahr kommen mehr Auswärtige“, hat der Constantia-Vorsitzende festgestellt, dass dieses Angebot immer weitere Kreise zu ziehen scheint. Dazu trägt sicher auch die spezielle Stadion-Atmosphäre bei, die unter dem Fallschirm-Dach nur durch Wind und Starkregen getrübt werden kann, die es beispielsweise bei der letzten WM in Brasilien gegeben habe. Auch wenn die Bürgerhalle nebenan steht: Wichtig sei vielen, dass die Spiele draußen gezeigt werden.

Auch wenn die Constantia beim Public-Viewing schon eine gewisse Routine entwickelt hat, sind die Vorbereitungen doch enorm: „So einen Event planen wir ein halbes Jahr“, sagt Hartmut Mandelartz, der großen Wert auf den Teamgeist legt, den der Verein nicht nur in den Wochen von WM oder EM zeigt. So werden alle anfallenden Arbeiten in Eigenleistung erledigt. So nimmt allein der Aufbau der „Arena“ etwa eine Woche in Anspruch.

Am Mittwoch wurden noch Transparente („Herzlich willkommen“) aufgehängt und etliche Bierzelt-Garnituren aufgestellt, die gebraucht beim Oktoberfest angeschafft worden sind, um die Vereinskasse nicht allzu sehr zu beanspruchen. Der WM-Dienstplan umfasst knapp 100 Arbeitsleistungen. Die Preise sind „stabil und zivil“, ergänzt wird das bisherige Angebot durch Popcorn und Eisverkauf. Zudem gibt es jeden Abend ein anderes Essensangebot und zu Gegrilltem ein Salatbuffet.

Beim heutigen Warm-Up werden Arena und Technik unter Volllast getestet. Dabei könnte es etwas heißer zugehen, denn es wird nicht nur das WM-Spiel zwischen Spanien und Portugal gezeigt, sondern auch der Aufstieg des FC Constantia 09 in die Fußball-Kreisliga B begossen. Das dürfte eine lange Nacht werden!

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