Hasselsweiler: Als Johnny Sanders ist Ralf Essers ein Publikumsmagnet

Hasselsweiler : Als Johnny Sanders ist Ralf Essers ein Publikumsmagnet

„Die Halle war rappelvoll, es waren Besucher aus allen Ecken des Kreises gekommen“, erinnert sich Ralf Esser an den 6. Juni 1998. Anlass für den Besucheransturm in der Jülicher Stadthalle war die erste „Country-Night“, bei der er als Johnny Sanders seine Bühnenpremiere feierte.

Das Lampenfieber war enorm bei dem Newcomer, der gleich als Zweiter nach der „Nashville Music Company“ auf die Bühne musste. Wie würden die Country-Fans auf das neue Gesicht in der Szene reagieren? Die Sorgen waren schnell verflogen, als viele im Saal schon bei den ersten Takten zum John Denver Klassiker „Country Roads“ begeistert Beifall spendeten. Das Eis war gebrochen, von da an hatte Johnny Sanders leichtes Spiel. Die Premiere wurde zu einem großartigen Erfolg. Mit „On The Road Again“ von Willie Nelson oder Tammy Wynettes Hit „Stand By Your Man“, das er im Duett mit Christa Dohmen sang, hatte Sanders Titel für seine Setliste ausgesucht, die ganz nach dem Geschmack des Publikums waren.

Eigentlich hatte Ralf Esser mit dem Kapitel Musik abgeschlossen. Nach über zehn Jahren, in denen er zu diversen Anlässen Tanzmusik gespielt und dazu gesungen hatte, war er an einem Punkt angekommen, an dem es „einfach keinen Spaß mehr machte“.

Musik und Familie

Er war seit seinem 13. Lebensjahr begeisterter Fan von Elvis, Roy Orbison und des Rockabilly und wollte nicht mehr Musik machen, die einfach nicht sein Ding war — dann lieber ganz aufhören. Zu dieser Zeit entdeckte er bei einem Spaziergang durch Jülich zufällig ein Plakat mit dem Hinweis auf das „Internationale Country Festival in Stolberg Werth“. Als Besucher war er dann so begeistert, dass sofort feststand: „Solche Musik will ich auch machen.“

Bei der Frage, weshalb er nicht versucht habe, die Musik professionell zu betreiben, gibt Ralf Esser zu bedenken, dass man im Haifischbecken Musikkommerz jeden Tag ran müsse, um am Ende des Monats über die Runden zu kommen. Für manche könne das ja vollkommen in Ordnung sein, aber er als Familienvater habe es sich erspart, davon abhängig zu werden. Der große Durchbruch gelingt nur wenigen, denn „in die Top 1000 passen eben nur 1000 und keiner mehr“.

Johnny Sanders ist mit dem, was er musikalisch erreicht hat, sehr zufrieden. 2001 kam er bei der „German American Country Music Federation“ in die Auswahl zum Newcomer des Jahres. Auch wenn es nicht ganz zum Titel gereicht hat, wurde er von den Fans gefeiert. Es folgten viele Country-Charts-Platzierungen im deutschsprachigen Raum (unter anderem Platz fünf der USA Country Charts).

„Wenn es den Leuten gefällt, wollen die Autogramme haben“, hatten Freunde ihm vor der Premiere in der Jülicher Stadthalle geraten. So wurden auf die Schnelle in einem Drogerie-Markt 50 Karten ausgedruckt. Nach seinem Auftritt waren diese rasend schnell vergriffen, es schien den Leuten also gefallen zu haben. „Danach bin ich in der Country-Szene rund gereicht worden“, erzählt er lächelnd.

Als Johnny Sanders ist Ralf Esser in den vergangenen 20 Jahren wegen seiner Stimme, die beim Publikum einfach gut ankommt, und auch wegen seiner Zuverlässigkeit überall gerne gebucht worden.

Auftritt vor 60 000 Zuschauern

Er legt Wert darauf, zu erwähnen, dass diverse Country Bands und Rock‘n‘Roll Bands großen Anteil an den Erfolgen hatten. Besonders gerne erinnert er sich an den Auftritt beim „German Truck Grand Prix 2003“ auf der Mühlenbachschleife, bei dem 60 000 Zuschauer ein riesiges County und Western Fest feierten.

„Ich werde wieder 1000 Tode sterben, das ist Adrenalin pur“, sagt er mit Blick auf sein 20-jähriges Bühnenjubiläum am 9. Juni in der Bürgerhalle in Hasselsweiler. Das Lampenfieber ist Johnny Sanders also treu geblieben, doch wenn der erste Song angestimmt ist, werden Rockabilly, Country und Rock’n’Roll Fahrt aufnehmen in eine ausgelassene Fete und die Aufregung vor dem Auftritt verschwunden sein.

(jago)
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