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Jülich: All-Inclusive-Hotel im Park für wilde Brummer

Jülich : All-Inclusive-Hotel im Park für wilde Brummer

Der Anfang ist gemacht: Im Brückenkopf-Park gibt es im Jahr 11 nach der Landesgartenschau zum ersten Mal eine Übernachtungsmöglichkeit in Massivbauweise. Die neue Herberge hat Platz für einige hundert Bewohner, die sich aber vermutlich der Eintrittspflicht entziehen dürften und die Freizeiteinrichtung grundsätzlich auf dem Luftweg zu erreichen gedenken.

Unweit des Zoos wurde das Insektenhotel eröffnet. Der Name führt insofern in die Irre, weil die hölzerne Unterkunft vor allem den Wildbienen dienen soll, von denen es in Deutschland - inklusive Hummeln - etwa 500 Arten gibt.

Das sagen zwei, die es wissen müssen: Roland Rosenbauer und Willi Schmitz vom Bienenzuchtverein, der sich ohnehin im Park bekanntlich stark engagiert. Jetzt haben die Imker noch eine Schüppe drauf gelegt und in mehr als 100 Stunden Arbeit für viele bekannte „Brummer” ein Nistangebot errichtet, das in der Natur immer seltener wird. Manche „Zimmer” wurden aus Lehm gebaut, andere aus Schilfrohr, Bambus oder alten Hölzern. „Wir haben schon die Löcher gebohrt, praktisch als Starthilfe”, erzählten Schmitz und Rosenbauer am Donnerstag.

Das neue „Hotel” bietet am Ende einen „all inclusive”-Service, denn die Park-GmbH hat zugesichert, eine Wildkräuterwiese einzusäen. „Das ist eine neue Attraktion des Parks dank des Ehrenamtes”, lobte Geschäftsführerin Dr. Dorothee Esser die Initiative der Bienenzüchter. Das Insektenhotel befindet sich im Flieg-Flatter-Summ-Garten - wo sonst? - und erhält noch eine Beschriftung. Dann bleibt nur abzuwarten, wann die ersten Gäste eintreffen, die im Frühjahr aus ihren Löchern kriechen.

Noch im Oktober und nach Möglichkeit bis zu den Herbstferien sollen zwei weitere Neuheiten im Park zur Verfügung stehen. Kinder und Jugendliche dürfen sich auf eine große Seilrutsche freuen, die im Bereich „Kind & Kegel” aufgebaut wird. Die etwas älteren Semester haben sicher eher Spaß am neugestalteten Themengarten mit Bachlauf („Granusgarten”), der zuletzt Dschungel-Atmosphäre aufkommen ließ, aber nun heftig beackert wird.

Wenn auch das Wetter mitspielt und einen „goldenen Oktober” beschert, dürfte der Park mit einem ordentlichen Jahresergebnis die Hauptsaison beenden. Im September mit teilweise tristen Wochenenden zählten die Statistiker knapp 9500 Besucher und damit gut 4200 weniger als im Vorjahresmonat. Insgesamt liegt die Zahl verkaufter Tickets bei nicht ganz 172000 (17167 im Vergleich zum Vorjahr). Der Herbst- und Bauernmarkt inklusive Parkfest (17./18. Oktober) dürfte als traditioneller Publikumsmagnet das Minus deutlich reduzieren.