Aldenhoven: Aldenhovener Schulkinderhaus soll Kapazität reduzieren

Aldenhoven : Aldenhovener Schulkinderhaus soll Kapazität reduzieren

Dunkle Wolken bedrohen das „Leben wie Zuhause“. Sie kommen aus dem Kreishaus in Düren, wo verfügt wurde, dass die Kapazität des Schulkinderhauses, welches dem Trägerverein gleichen Namens gehört, auf nunmehr 25 Kinder reduziert werden muss. Bemerkenswert ist, dass der Landschaftsverband Rheinland, der die Einrichtung zu 77 Prozent fördert, die Betriebserlaubnis für 35 Grundschulkinder erteilt hat.

Das Kreisjugendamt Düren, welches die restlichen 23 Prozent der Betriebskosten übernimmt, hat in den letzten Jahren „aus Versehen“ die Belegung von 35 Plätzen akzeptiert und gefördert. Eigentlich strebt der Verein sogar eine Ausweitung an, denn das Schulkinderhaus hat einen ausgezeichneten Ruf. Den Kindern wird hier das Gefühl gegeben, nach dem Schulunterricht „nach Hause zu kommen“. Hier werden sie liebevoll mit all ihren Freuden und Sorgen eben wie Zuhause empfangen.

Das Schulkinderhaus setzt die Konzeption des „Kindergartens Am Römerpark“ fort, der sich in der Hand des gleichen Trägers und unter der gleichen Leitung von Ursula Dech befindet. Dech betont, dass ihre Einrichtung inzwischen ein „Ausstellungsort“ für diese Form der Betreuung sei und von Lehrern, Trägern ähnlicher Einrichtungen und auch von Politikern des Bundes und Landes besucht werde. Alle sind fasziniert vom Potenzial dieser Kinder, die bereits Demokratie verstehen und leben. Sie haben ein eigenes Parlament, ihre eigenen mit speziellen Aufgaben betrauten Minister, beteiligen sich an Konfliktlösungen und sorgen für eine gute Sozialhygiene in der Einrichtung.

Bemerkenswert ist, dass die sechs- bis zehnjährigen Grundschüler sich vor der Bundestagswahl in der Öffentlichkeit als „Kinderstube der Demokratie“ betätigt und für die Wahrnehmung und Ausübung des Wahlrechtes plädiert haben. Das beweist, dass die Kinder in dieser Einrichtung etwas anderes mitbekommen, als die Offene Ganztagsgrundschule bieten und ihr Lebensweg erfolgreicher gestaltet werden kann. Klar, dass die Eltern an dieser Konzeption festhalten wollen.

Nachdem diese Einschränkungen drohen und der Kreis, dessen Entscheider die Einrichtung nur vom Schreibtisch aus zu kennen glauben und nicht bereit sind einzulenken, sind sie mit ihrem Problem an die Öffentlichkeit gegangen.

Etwa zwei Dutzend Erwachsene hatten sich am Freitagmorgen im Schulkinderhaus eingefunden, um nach Wegen aus dem ihnen bevorstehenden Dilemma zu suchen. In einem Film stellten Kinder ihre Einrichtung in einer bemerkenswerten Weise dar, die erkennen ließ, dass sie hier auf eine besondere Weise auf das Leben vorbereitet, eben „nachgeschult“ werden. Ein Vater mit marokkanischen Wurzeln brachte es auf den Punkt: „Hier werden unseren Kindern besondere Werte vermittelt. So etwas sollte gefördert, nicht kaputtgemacht werden.“ Die Eltern wollen diese Beschränkungen nicht so ohne Weiteres hinnehmen.

(gre)