Aldenhovener Martinusaktion 2018: Einander die Hände reichen

Martinus-Aktion 2018 : Botschaft der Martinusaktion: die Hände reichen

„An der Hand gestärkt durchs Leben“ – um dieses Motto, das in einem Transparent Altar und Weltkarte überspannte, rankten sich alle Ansprachen, Lieder und Tänze beim ökumenischen Gottesdienst zur Martinus-Aktion 2018. Viele, viele Teilnehmer hatten sich am Sonntagmorgen zu diesem Gottesdienst am Haupttag der Martinus-Aktion in der St. Martinus-Pfarrkirche versammelt.

Doris Werner, die Vorsitzende des Martinusvereins, schilderte eingangs die Situation der Kinder in vielen Teilen Afrikas, die mit Aids leben müssen, durch diese Krankheit isoliert werden, weil sie meist ohne familiäre Bindung und ohne Hoffnung ihr Leben fristen. Jan Salzmann, der Vertreter des diesjährigen Projektpartners „Aachener Förderverein Kinderklinik Beira e.V.“, schilderte ergänzend die erheblichen Mängel des Gesundheitssystems, das selbst in Großstädten von Mosambik – wie Beira – völlig unzureichend ist, weil es an Geld fehlt. Betroffen davon sind vor allem die Kinder. Die an Aids erkrankten Kinder haben zum großen Teil keine Angehörigen mehr, sind in der Öffentlichkeit wie zum Beispiel in den Schulen stigmatisiert. Niemand kümmere sich um sie, niemand achte darauf, dass sie ihre Medizin einnehmen. Niemand nehme sie an die Hand, sagte Jan Salzmann.

Zu diesen Ausführungen passte das Lied „Gib mir deine Hand“ und die von Hermann-Josef Meurer vorgetragene Lesung aus der Heiligen Schrift mit der Kernaussage „Ich kann meine Hände in den Schoß legen, ich kann sie auch einem anderen Menschen reichen und diesen bei der Hand nehmen.“ Die Auslegung der Schrift nahm Pastor Charles Cervigne vor, in Anlehnung an das Jesus-Wort „Fürchtet euch nicht“. Dieser Spruch stärke das Vertrauen. Er sei keine Floskel. Er bedeute „Ich bin in Gottes Hand“ und fordere, dass Menschen einander auch die Hand reichen sollen.

Diesen Gedanken brachten auch die Kinder und Jugendlichen des Tanztheaters Aldenhoven eindrucksvoll tänzerisch zum Ausdruck. Die drei Teams, die das Leben der Kinder in Afrika hier anschaulich zu verkörpern versuchten, erhielten zusammen mit ihrer Leiterin Iris Freudenthal nach ihrem Auftritt starken Beifall.

Nach dem Opfergang sprach Pater Költringer das Vaterunser und erteilte zusammen mit Pastor Cervigne den Schlusssegen.

Eine besondere Ehrung wurde dem Aldenhovener Polizeibeamten Günter Schiffler zuteil. Ihm, der im Nebenamt die Aufgaben eines Diakons in der katholischen Pfarre Dürwiß wahrnimmt, wurde der diesjährige Martinspreis als zuverlässiger Partner der Kinder und auch der Martinszüge zuteil.

Nach dem ökumenischen Gottesdienst wurde auf dem Kirchplatz der Martinus-Markt eröffnet, der wie immer eine Vielfalt an Angeboten und auch Trödel vorhielt. Im Pfarrheim blieben keine kulinarischen Wünsche offen.

Nachzutragen wären die Aktionen am Samstagabend mit den traditionellen Fackelzügen, die sternförmig den Römerpark ansteuerten, wo nach dem Gesang der Martinslieder das große Feuer angezündet wurde. Die vereinigten Züge sammelten sich zum gemeinsamen Gang zur Kirche, wo das Spiel von der Mantelteilung aufgeführt wurde.

(gre)