Jülich: Aldenhovener Kirchengemeinden kritisieren Moscheebau an geplantem Standort

Jülich : Aldenhovener Kirchengemeinden kritisieren Moscheebau an geplantem Standort

Nicht mit Erstaunen, sondern sehr irritiert und verärgert haben wir eine Formulierung lesen müssen, die Herr Zantis in seinem Artikel „Zehn Jahre Vorarbeit und 80.000 Euro Kosten für nichts?“ am Mittwoch, 16. Mai, im Lokalteil der Jülicher Zeitungen verwendet.

Im Bericht über den Stand der Planungen der Türkisch-Islamischen-Gemeinde Aldenhoven einen Neubau ihrer Moschee betreffend heißt es: „Ungeachtet der nun entstandenen Situation in einer deutlichen Ablehnung des Bauvorhabens hat die Islamische-Gemeinde Aldenhoven in einem Schreiben vom 23. April an den Aldenhovener Bürgermeister in einem weiteren Antrag um die Fortführung des Bebauungsplanverfahrens 70 A Moschee in der nächsten Gemeinderatssitzung ersucht und bittet nochmals um eine entsprechende Abstimmung. Dies unterstützen auch die katholische und evangelische Gemeinde.“

Letztere Formulierung suggeriert dem Leser, dass eine solche Unterstützung auf einer offiziellen Stellungnahme oder Äußerung der beiden Aldenhovener Kirchengemeinden beruht. Eine solche Stellungnahme existiert jedoch nicht.

Fakt ist im Gegenteil: Um Rat und Einschätzung gebeten, haben Pfarrer Charles Cervigne und Pfarreiratsvorsitzender Thomas Uerlichs, auch nach eingehenden Gesprächen mit betroffenen Nachbarn des möglichen Moscheebaus, Herrn Demirtas deutlich empfohlen, den bisherigen Plan des Neubaus fallenzulassen, Ausführung und Lage zu überdenken und einen geänderten Neuantrag in Erwägung zu ziehen. Von einer Unterstützung im Sinne einer Fortführung der bisherigen Planungen kann keine Rede sein.

Auffällig und mindestens merkwürdig ist zudem, dass der Formulierungsvorschlag, den Herr Zantis dem Vorsitzenden des Kulturvereins vorgelegt hat, die von uns kritisierte Aussage nicht verwendet. Es wäre sicher seriös, weniger irreführend und für eine sachliche Meinungsbildung unerlässlich gewesen, vor der Veröffentlichung des Berichtes eine offizielle Stellungnahme der beiden Kirchengemeinden anzufragen. Darin wäre dann sicher auch die grundsätzliche und selbstverständliche Bereitschaft zum Ausdruck gekommen, dass sowohl die katholische, wie auch die evangelische Kirchengemeinde, einen Moscheeneubau befürworten und das Anliegen des Türkisch-Islamischen-Kulturvereins unterstützen, einen würdigen und angemessenen Gebetsraum in Aldenhoven errichten zu können.