Zwei „Brain-Train“-Strecken: Von Aachen nach Jülich

Zwei „Brain-Train“-Strecken : Von Aachen nach Jülich auf der Schiene

Vielleicht klingt der Name „Brain-Train“ ein wenig hochtrabend und fremd. Die Idee, die beiden Wissenschaftsstandorte Aachen und Jülich auf der Schiene miteinander zu verbinden, aber kommt gut an.

Das ist klar, seitdem Ende Januar Landrat Wolfgang Spelthahn und die drei Bürgermeister Ralf Claßen (Aldenhoven), Axel Fuchs (Jülich) und Marion Schunck-Zenker (Linnich) einen Vorschlag unter diesem Namen unterbreitet haben. Das soll gelingen, indem die alte Kreisbahnstrecke Jülich-Puffendorf mit einem Durchstich nach Siersdorf an das künftige Euregiobahnnetz angebunden wird. Die Resonanz – nicht nur in den Sozialen Medien – war eindeutig: „Gute Idee!“

Fachplaner Kai Pachan lieferte unlängst im Ausschuss für Kreis- und Regionalentwicklung eine grobe Bewertung: „Man muss die ideale Variante finden.“ Der Experte und das Fachamt in der Kreisverwaltung sehen zwei Möglichkeiten. Die eine besteht in einem kurzen Verbindungsstück vom Euregio-Haltepunkt Siersdorf über den Campus Aldenhoven und Freialdenhoven bis zur Strecke Jülich-Puffendorf bei Ederen. Diese Variante würde den Bestandsschutz der alten Gleisverbindung optimal ausnutzen und hätte nur einen relativ kleinen Anteil Schienen-Neubau zur Folge.

Campus Aldenhoven

Umgekehrt sieht es aus, wenn der „Brain-Train“ von Siersdorf aus über eine lange Neubaustrecke zum Campus Aldenhoven, nach Dürboslar und Aldenhoven bis zum alten Gleisnetz bei Barmen geführt würde. Wenn ein möglichst großer Teil der noch gewidmeten alten Strecke genutzt werden kann, verkürzt das die planerischen Prozesse, schreibt das Fachamt beim Kreis Düren.

Andererseits sagte Planer Pachan im Kreishaus, dass die alte Gleisverbindung relativ langsam sei. Um ein attraktives neues Schienenangebot zu unterbreiten, müsste ein Tempo von bis zu 80 km/h erreicht werden, was bei der früheren „Bimmelbahn“ nicht der Fall gewesen sei.

Natürlich sind die Kosten zu betrachten, die der Landrat im Januar auf 45 Millionen Euro schätzte. Das schließt ein, dass Unterbrechungen im Gleisnetz (zum Beispiel in Koslar) oder fehlende Bauwerke (Viadukt Barmen) zu kompensieren sind. Weitere Details zum „Brain-Train“ diskutiert heute der Ausschuss für Planung, Umwelt, Bauen im Jülicher Rathaus (18 Uhr).

(-vpu-)
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