Schauspiel und Engagement : Martinus-Preis geht an Margot und Wolfgang Rieve

Dem heiligen Martinus, dem Schutzpatron der Armen und Randgruppen, nachzueifern, ist seit Jahren das Ziel der Martinus-Aktion, die am vergangenen Wochenende stattgefunden hat und wiederum eine bemerkenswert hohe Akzeptanz in Aldenhoven und Umgebung fand.

Am Samstag bei Einbruch der Dunkelheit sammelten sich die Fackel tragenden Kinder, die sternförmig zum Römerpark gezogen waren, rund um das Martinsfeuer. In der dem heiligen Martinus geweihten Pfarrkirche erlebten sie das diesmal besonders eindrucksvoll aufgeführte Spiel von der Mantelteilung, an dem mehr als zwei Dutzend Kinder aktiv mitwirkten. Unter diesem Eindruck waren sie bereit, Verzicht zu leisten zugunsten der syrischen Flüchtlingskinder im Libanon. Wie diese dort in provisorischen Camps vegetieren, erfuhren sie am Sonntag im ökumenischen Gottesdienst. Marlene Abbara vom Verein „Jasmin Hilfe“ aus Düsseldorf, der einige dieser Camps betreut, schilderte die Umstände, unter denen die Flüchtlinge dort seit Jahren leben. Sie zählte die Betreuungsziele auf, die sich der Verein zur Aufgabe gemacht hat, die Beschaffung von Lebensmitteln, Trinkwasser, Heizmaterial und ärztliche Versorgung.

„Lernen an der Grenze“, diesen Teil der Betreuung hat Jasmin jetzt in den Vordergrund gestellt, damit die Kinder nicht orientierungslos zurückbleiben. Jasmin hat zwei Lehrerinnen eingestellt, die den Kindern das mobile interaktive Lernen mehrsprachig ermöglichen. Marlene Abbara schilderte, mit welcher Empathie und welchem Wissensdurst die Kinder dieses Angebot annehmen. Der Unterstützung dieser Aufgabe dienen auch die Spendenmittel, die die Martinus-Aktion in diesem Jahr bereitstellen wird.

In besonders eindrucksvoller Weise stellte das Tanztheater Aldenhoven in vielen Tanzszenen dar, wie Kinder anderen Kindern in Not helfen und am Leben beteiligen. Dafür gab es tosenden Beifall. Pater Dominiks Meditation machte nachdenklich, wie „Wusstest du schon, dass Zeithaben für einen Menschen mehr ist als Geld. Wusstest du schon, dass anhören eines Menschen Wunder wirkt. Wusstest du schon, dass tun mehr ist als reden?“ Am Opfergang beteiligten sich die vielen Menschen, die an diesem Morgen beim ökumenischen Gottesdienst in der voll besetzten Kirche waren. Den Segen sprachen Pater Dominik und Predikantin Judith Cervigne.

Wie immer gab es auch diesem Jahr den Martinus-Preis. Doris Werner überreichte ihn an das Ehepaar Wolfgang und Margot Rieve, die die Martinus-Aktionen seit vielen Jahren begleiten und unterstützen.

Der Martinusmarkt, der schon am Vorabend eröffnet worden war, hielt viele Angebote vor allem zum Verzehr bereit. Auch deren Erlöse flossen in die Gesamtspende für die Flüchtlingskinder im Libanon, ebenfalls die auf den folgenden Spendenkonten eingehenden Beträge: Aachener Bank IBAN DE21 3906 0180 3802 8770 12; Sparkasse Düren IBAN DE66 3955 0110 0008 4160 00.

(gre)