Letztes Konzert in Musikhalle "Rockheaven" in Jülich-Dürboslar

Letztes Konzert : Der „Rockheaven“ ist nach einem Jahr schon wieder Geschichte

Ein Jahr nach der Eröffnung hat das „Rockheaven“ seine Pforten geschlossen. Auf Grund ausbleibender Besucher war die Musikhalle für die Betreiber finanziell nicht mehr tragbar.

In der letzten Nacht des „Rockheavens“ spielten nochmals zwei Bands ihre Hymnen in der Halle. Den Beginn machte „Steve Next Door“ mit Indie-Rock. Mit dabei hatten Stefan Schwab (Gesang, Gitarre), Maxim Lusch (Schlagzeug) und Jonas Dahmen (Bass) ihr neues Album „Rest Of Your Life“, das während des Konzerts der Band zu großen Teilen gespielt wurde. Es ist das erste Album der Gruppe in der jetzigen Besetzung.

Hiervon zeigte die Gruppe beispielsweise ihren Song „Left“. Ein Lied über Einsamkeit, zu dem Stefan Schwab sagte: „Es gibt diese Liedzeile ‚Can you hear me screaming‘, obwohl die Person gar nicht schreit. Es ist auf jeden Fall einer unserer ausdrucksstärksten Songs.“ Auch ältere Stücke spielte „Steve Next Door“. Darunter beispielsweise der Herzschmerz-Song „Shine“ aus dem Jahr 2015.

Ganze 16 zahlende Gäste konnten im „Rockheaven“ am letzten Abend gezählt werden. Dementsprechend war das Echo gering, als das Publikum während des Auftritts von „Steve Next Door“ zum Mitsingen aufgerufen wurde. Obwohl die Gruppe eine gute Show lieferte und die einzelnen Songs mit lautem Applaus honoriert wurden, blieben nach dem letzten Song die Aufforderungen zur Zugabe aus und die Gruppe verließ die Bühne.

Da die zweite Band ihren eigenen Techniker dabei hatte, war das der Moment, in dem Tommy Gregel, einer der Betreiber des „Rockheavens“, das letzte Mal die Regler der Tontechnik betätigte. Sichtlich emotional ergriffen verließ er seinen Platz am Pult. „Man hat schon Tränen in den Augen“, sagte Gregel im Gespräch mit unserer Zeitung. Er hätte gerne noch weiter gemacht, sah der Zukunft positiv entgegen. Obwohl das „Rockheaven“ bis auf ein paar kleine Ausnahmen durchweg rote Zahlen schrieb.

Der Grund für Michael Hauch, dem Partner von Gregel, der Realität ins Auge zu blicken und die Reißleine zu ziehen. „Weil wir zu wenig Besucher hatten, funktioniert es finanziell nicht mehr“, sagte Hauch und weiter: „Ich glaube nicht, dass es besser geworden wäre.“

Auch Tommy Gregel sagte: „Meine Idee, ein Forum für Newcomer zu schaffen, hat nicht funktioniert.“ Die Konzerte der Newcomerbands seien schlecht besucht gewesen. Beide berichteten, dass Konzerte von Coverbands hingegen gut gelaufen seien. Nach Gesprächen habe man auch Überlegungen zu Umstrukturierungen des Programms fallen gelassen. Dabei sei das Feedback von Bands wie Besuchern durch die Bank positiv gewesen. So Gregel: „Wir hatten durchweg positives Feedback.“

Damit ist für Michael Hauch „Rockheaven“ endgültig zu Ende. Für Gregel, der „Rockheaven“ schon zum zweiten Mal ins Leben gerufen hat, geht es nichtsdestoweniger weiter.

Da die Konzerte bereits bis zum Ende des Jahres durchgeplant sind, werden diese, von Tommy Gregel organisiert, im „Markt 17“ in Hückelhoven stattfinden. Währenddessen wird Gregel weiterhin nach einer neuen Location suchen. „Für mich ist erst Ende, wenn ich einen Deckel auf der Nase habe“, sagte er.

Was mit den Räumen des ehemaligen „Rockheavens“ passiert, ist für Michael Hauch, der die Halle verwaltet, noch völlig offen.

Zum Ende des „Rockheavens“ gab die Band „Metal Rulez“ nochmal einige Metal-Klassiker zum Besten. So spielte die Covergruppe, bestehend aus Ronny von Assel (Gitarre, Hintergrundgesang), Dirk Gschlössl (Gitarre), Trifon Vackovski (Bass, Hintergrundgesang), Andreas von Lipinski (Gesang) sowie Thomas Panothiokas (Drums) beispielsweise „Children oft he Grave“ (Black Sabbath) und „Fear oft he Dark“ (Iron Maiden).

Während des Auftritts wachte das Publikum auf und die meisten der kleinen Besucherschar tanzen zum Abschluss des „Rockheaven“ zum Metal.

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