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Der Wahlabend in Aldenhoven: Konstruktive Zusammenarbeit von allen Seiten gewünscht

Der Wahlabend in Aldenhoven : Konstruktive Zusammenarbeit von allen Seiten gewünscht

Ralf Claßen (CDU) bleibt Bürgermeister in Aldenhoven. Er möchte die Herausforderung Strukturwandel nun richtig anpacken, und das gemeinsam mit dem Rat. Auch die Fraktionen wollen weiterhin Sachthemen angehen und keine Parteipolitik betreiben.

Vielleicht hat Ralf Claßen seine Ansage, dass er nicht nur CDU-Mitglied, sondern eben auch Bürgermeister der Gemeinde Aldenhoven sei, fünf weitere Jahre im Amt beschert. Mit 56,8 Prozent der Stimmen liegt er zwar nicht haushoch vor seiner Herausforderin Anette Winkler, eindeutig ist das Ergebnis dennoch. „Die Wiederwahl ist für mich ein Ansatzpunkt, ehrfürchtig auf die letzten Jahre zu blicken und in die Zukunft zu schauen.“

In die Zukunft schauen, das geht am besten zusammen, findet Ralf Claßen. „Ich denke, es ist sinnvoll, einmal alles auf Null zu stellen“, sagt er in Bezug auf die Arbeit im Gemeinderat. „Ich wünsche mir konstruktive Herangehensweisen. Wir haben die Herausforderung Strukturwandel zu meistern und das geht nur gemeinsam.“ Außerdem seien jetzt einige neue, junge Leute dabei.

Zum Beispiel Niclas Pracht. Der 25-Jährige sitzt nun für die FDP in Aldenhoven im Rat. „Insgesamt sind wir zufrieden mit dem Wahlergebnis“, sagt er über die 5,19 Prozent. „Aber es wäre schön gewesen, mit einem zweiten Sitz Fraktionsstatus zu erreichen.“ Er selber hat das Gefühl, dass seine Generation politisch besonders interessiert ist. Gut so, denn er hält es für ungemein wichtig, dass sich junge Leute engagieren. „Dazu rufe ich alle auf. Und das nicht nur auf Demos, sondern auch direkt vor Ort in der Kommunalpolitik. Dort werden die Entscheidungen schließlich getroffen.“

SPD: Wahlergebnis sei Warnung für Ralf Claßen

Angst vor den Anspannungen, die in Aldenhoven zwischen Bürgermeister und Fraktionen zwischenzeitlich herrschen, hat er nicht. „Ich sehe das als Herausforderung.“ So wurde Claßen etwa vorgeworfen, nicht transparent zu handeln. „Ein Defizit, das wir aufgezeigt haben, ist mangelnder Informationsfluss. Wir wünschen uns, dass der Bürgermeister nun auf die Fraktionen zugeht“, sagt Markus Buder, Fraktionsvorsitzender der SPD. Das Wahlergebnis ist für ihn auch ein Zeichen dafür, dass Claßen nicht nur Zustimmung zu verbuchen hat: „Dass eine in Aldenhoven noch unbekannte Bewerberin doch so viele Stimmen erhält, ist schon eine Klatsche für den Amtsinhaber.“

Mehr Transparenz schreibt er jedoch auch der SPD auf die Agenda: „Wir haben zwei Sitze im Rat verloren, das ist nicht schön. Vielen Leuten war allerdings nicht klar, was wir alles angestoßen haben. Das wollen wir ändern.“ Genau wie Buder ist auch CDU-Fraktionsvorsitzender Georg Krapp sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit der Fraktionen und wünscht sich, dass diese auch genauso konstruktiv weitergeht. „Wir betreiben keine Parteipolitik, sondern bearbeiten Sachthemen“, sagt er.