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Corona-Infektionen: Aldenhoven schließt Vereinsheime

Corona-Infektionen : Aldenhoven schließt Vereinsheime

Weil die Corona-Infektionszahlen in Aldenhoven deutlich angestiegen sind, steuert die Gemeinde nun dagegen. Alle Vereinsheime wurden geschlossen, die Bürger aufgefordert Kontakte einzuschränken.

Eine einfache Erklärung hat Aldenhovens Bürgermeister Ralf Claßen nicht. Innerhalb weniger Tage ist die Zahl der Coronavirus-Infektionen in der kleinen Gemeinde auf 89 angestiegen. Und wer anfangs vielleicht noch glaubte, dass dafür ausschließlich größere Familien verantwortlich sind oder es vielleicht sogar auch einen Zusammenhang zu den Ereignissen und den besorgniserregenden Infektionszahlen in Baesweiler gibt, der könnte sich ebenso getäuscht sehen.

„Natürlich haben wir uns gefragt, ob wir Besonderheiten ausfindig machen können, um Infektionsherde in unserer Gemeinde zu ermitteln“, sagt Claßen. Dem ist aber eben nicht so. „Das Infektionsgeschehen verteilt sich über alle Orte, alle Altersgruppen und alle Nationalitäten. Es ist nicht an einem bestimmten Schwerpunkt festzumachen“, sagt der Bürgermeister.

Alle Vereinsheime geschlossen

Und weil dem so ist, hat die Gemeinde unmittelbar gehandelt und bereits alle kommunalen Sportheime, Sporthallen, Vereinsheime und Vereinslokale bis auf Weiteres geschlossen und jetzt die Vereine aufgefordert, kritisch zu hinterfragen, ob nicht auch Trainings- und Wettbewerbsbetriebe ausgesetzt werden müssten.

In einem gemeinsamen mit Landrat Wolfgang Spelthahn verfassten Appell geht Claßen aber noch einen Schritt weiter. Die Bürger werden aufgerufen, alle nicht erforderlichen persönlichen Kontakte zu reduzieren. Das betrifft auch Veranstaltungen. Claßen: „Alle bisher nicht abgesagten Sankt-Martins-Züge sollten dringend überdacht werden. Prüfen Sie Alternativen zur Verteilung von Martinswecken und Martinsbrezeln an unsere Kinder“, fordert der Bürgermeister die Vereine und Veranstalter auf. „Wir müssen alles tun, um eine weitere Infektionsgefahr auszuschließen“, sagt Claßen. Und: „Mir ist bewusst, dass der Verzicht in Teilen auch schmerzhaft ist.“

Alle verschiebbaren kommunalen und privaten Veranstaltungen sollten tatsächlich auch verschoben werden, auf Aktivitäten in Zusammenhang mit Halloween sollte ebenfalls verzichtet werden. Claßen bittet Eltern zudem zu prüfen, „ob kurzzeitig darauf verzichtet werden kann, ihr Kind in die Kinderbetreuung zu geben“. Eine Notbetreuung werden es aber auf jeden Fall geben.

Spielregeln vorgegeben

In den Schulbetrieb greift die Kommune vorerst nicht ein. Claßen: „Da gibt das Schulministerium die Spielregeln vor.“ Nur gemeinsam, betonen Bürgermeister und Landrat, könne der Anstieg an Neuinfektionen mit zeitlich begrenzten Einschränkungen gesenkt „und weitere einschneidende und langfristige Maßnahmen verhindert“ werden.

(bugi)